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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax setzt Rekordrally nach US-Jobbericht fort

Fri Aug 07 18:01:55 CEST 2026

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Freitag erneut auf ein Rekordhoch gestiegen. Am Nachmittag gaben Jobdaten aus den USA den Schub, um die Bestmarke auf 26.445 Punkte zu steigern. Vorherige Spekulationen, dass die US-Notenbank Fed ihren Leitzins schon bald anheben könnte, wurden davon eingedämmt. Anleger sahen darüber hinweg, dass die Aussichten für eine Einigung zwischen den USA und dem Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus ungewiss blieben.

Im späteren Verlauf ließ der Rückenwind wieder etwas nach, der Dax ging mit plus 0,7 Prozent auf 26.319,45 Punkte aus dem Tag. Das Wochenplus liegt bei 2,7 Prozent. Der MDax verlor 0,1 Prozent auf 32.407,20 Zähler.

Die Jobdaten dämmten vorherige Spekulationen über baldige Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed ein. Laut ING Bank kommen "ernsthafte Zweifel" daran auf, der Ökonom James Knightley glaubt eher an eine längere Zinspause. Er wies aber zugleich daraufhin, dass es mit einem weiteren Jobbericht, Inflationsdaten sowie dem Symposium in Jackson Hole noch viele neue Aspekte geben werde, bevor im September der nächste reguläre Zinsentscheid der Fed fällt.

Einen erneuten Erholungsschub gab es im Technologiebereich, dieses Mal aber gemeinsam bei Halbleiter- und Software-Aktien, deren Bewegung sich zwischen KI-Fantasie und -Sorgen zuletzt häufiger unterschieden hatte. Der schwergewichtige Softwareriese SAP beschleunigte seine jüngste Erholung mit einem Anstieg um 4,1 Prozent. Nach einem Jahr steht der Kurs der Walldorfer wieder über der 200-Tage-Linie.

Im Chipsektor profitierten die Infineon -Titel mit fast drei Prozent Plus von einer wieder verbesserten Branchenstimmung in New York, was vor allem mit guten Geschäftszahlen von Microchip Technology begründet wurde. Das US-Halbleiterunternehmen trieb seine Aktien auch mit einem Ausblick an, der über den Erwartungen lag.

Im erweiterten Chip-Umfeld profitierten mit Aixtron und Suss Microtec auch zwei Branchenausrüster aus dem MDax von der besseren Branchenstimmung. Wegen der starken Auftragslage hatte Suss am Freitag gleich zwei Kaufempfehlungen von den Experten der Deutschen Bank und des Analysehauses Warburg erhalten.

Für deutsche Werte hatte die Quartalszahlensaison am Freitag jedoch nur wenig Gutes zu bieten, im Dax gingen die Aktien der Berichtsunternehmen mit Verlusten aus dem Handel. Geringe Katastrophenschäden und gute Geschäfte bescherten Allianz ein Rekordergebnis, doch Analysten hatten sich etwas mehr von dem Versicherer versprochen. Die Aktien beendeten den Handel 1,6 Prozent tiefer.

Der Kurs des Rückversicherers Munich Re sank um 1,4 Prozent, weil dieser den Preisabschwung im Geschäft mit Erstversicherern wie Allianz deutlich zu spüren bekommt. Wegen Abschlägen bei der jüngsten Vertragserneuerung kappte Vorstandschef Christoph Jurecka sein Umsatzziel für das laufende Jahr.

Noch schlechter sah es beim Dax-Schlusslicht Daimler Truck aus, dessen Kurs um 2,8 Prozent absackte. Der Nutzfahrzeughersteller machte beim Nettogewinn im zweiten Quartal deutliche Abstriche, unter anderem weil Zölle in Nordamerika am Gewinn zehrten. Analysten bemängelten maue Auftragseingänge.

Die Papiere von Brenntag beschleunigten zwar zeitweise ihre Anfang Juli gestartete Kursrally, nachdem der Chemikalienhändler seine Gewinnprognose für 2026 erneut anhob. Auf dem höchsten Stand seit März 2025 setzten jedoch Gewinnmitnahmen ein, am Ende war der Kurs mit fast einem Prozent ins Minus gedreht.

Besser war die Lage bei den Aktien von Scout24 , die ihre am Vortag von Quartalszahlen ausgelösten Kursverluste mit einem Anstieg um 3,6 Prozent fast wieder wett machten. Die DZ Bank hatte die Papiere des Immobilienportal-Betreibers auf ihre "Equity Long Ideas"-Liste gesetzt.

Im MDax schlossen die Titel des Spezialchemiekonzerns Lanxess nach Zahlenvorlage 4,4 Prozent tiefer. Konzernchef Matthias Zachert hatte gesagt, dass kein nachhaltiger Aufschwung der Nachfrage in Sicht sei. Laut Peter Spengler von der DZ Bank ist das Umfeld geprägt von verhaltener Nachfrage, geopolitischer Unsicherheit und erhöhten Energiekosten.

Der EuroStoxx 50 setzte seine Rekordjagd mit einem Spitzenstand von knapp 6.560 Punkten ebenfalls fort. Aus dem Handel ging der Leitindex der Eurozone mit einem Anstieg um 0,3 Prozent. Verhaltene Gewinne gab es an den Länderbörsen in Zürich und London. In New York stiegen die Kurse am deutlichsten im Nasdaq 100 , der zuletzt 1,2 Prozent gewann./tih/he

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