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Fri May 22 14:45:07 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger setzen am Freitag bei deutschen Aktien auf ausbleibende Kampfhandlungen im Iran. Mit einem Anstieg um zuletzt 1,1 Prozent auf 24.870 Punkte besiegelt der Dax eine sehr starke Woche, in der er sein Plus aktuell auf fast vier Prozent gesteigert hat. Der Leitindex machte einen erneuten Schritt hin zur psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten, zu der am Nachmittag im Tageshoch nur noch 56 Punkte fehlten.
"Offenbar glauben die Börsen nicht mehr an eine erneute Eskalation der Kampfhandlungen am Persischen Golf", schrieb LBBW-Stratege Berndt Fernow. Es zeichne sich zwar keine nachhaltige Friedenslösung ab, aber eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen werde auch unwahrscheinlicher. Nach dem Mittag stützte auch die Aussage aus dem Iran, dass in den vergangenen 24 Stunden 35 Schiffe die für den Energiehandel wichtige Straße von Hormus passiert haben sollen.
Fernow sieht das weitere Überraschungspotenzial nach oben aber begrenzt, und so tut sich der Dax bislang schwer damit, erneut die 25.000-Punkte-Marke zu testen. Selbst wenn der Konflikt tatsächlich auf konstruktive Art gelöst würde, könne der Effekt davon dann schnell verpuffen und einer Betrachtung der entstandenen ökonomischen Schäden weichen, warnte Fernow. Im Dax sei deshalb "der Kampf zwischen Bullen und Bären noch nicht entschieden".
Andere Indizes folgten dem Dax nach oben. Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten zeigte sich am Nachmittag 1,1 Prozent höher bei 32.156 Punkten, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx mit einem Prozent im Plus lag. Die US-Börsen wurden zu diesem Zeitpunkt ebenfalls höher erwartet. Kursgewinne hatte es am Freitag auch in Asien gegeben.
Ein Thema am Gesamtmarkt blieb auch die globale Tech-Rally, die sich zuletzt etwas von der US-Börse Nasdaq auf die Märkte in Fernost und Europa verlagert hat. In Deutschland gelang den Infineon-Titeln der erste Sprung des Kurses über die 70-Euro-Marke seit dem Jahr 2000. Ein Plus von 5,3 Prozent hievte die Titel des Chipkonzerns einmal mehr an die Dax-Spitze.
Infineon auf den Fersen waren die DHL-Aktien , die von der Deutschen Bank zum Kauf empfohlen wurden. Harishankar Ramamoorthy betonte dabei die Stärke im Express-Geschäft. In einem unsicheren konjunkturellen und geopolitischen Umfeld profitiere der Logistiker von Selbsthilfemaßnahmen, einem guten Netzwerk und herausragender Preissetzungsmacht. Der Analyst sieht den Zyklus für sinkende Gewinnschätzungen vor seinem Ende.
Anziehende Kurse gab es noch im Sportartikelbereich, aus dem Adidas um 4,2 Prozent anzogen und Puma sogar um sieben Prozent. Am Markt wurde die näher rückende Fußball-WM thematisiert. Die Puma-Titel schlossen eine Kurslücke, die im März 2025 enttäuschende Zielsetzungen aufgerissen hatten. Bei dem MDax-Mitglied lobten zuletzt auch Stimmen die umfangreiche Restrukturierung.
Verluste gab es bei einigen Chemiewerten, die zuletzt von Anlegern als Profiteur der Verwerfungen im Zuge des Nahost-Kriegs gegolten hatten. Daraufhin mehren sich neuerdings die Abstufungen. Gleich zwei davon gab es von JPMorgan und Goldman Sachs für Lanxess . Die Aktien sackten ab, auch wenn man den Kurs um die Auszahlung einer geringfügigen Dividende bereinigt.
Mit einer fortgesetzten Kursrally machten die Anteile von Delivery Hero auf sich aufmerksam. Die Gewinnserie bei dem Essenslieferdienst dehnt sich am Freitag mit einem weiteren Anstieg um 2,3 Prozent bereits auf zehn Tage aus. Seit dem Rekordtief im März hat sich der Kurs schon mehr als verdoppelt. Getragen ist dies von der Hoffnung auf eine strategische Wende./tih/men
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