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Wed Jul 08 12:34:35 CEST 2026
AMSTERDAM (dpa-AFX) - Ein mögliches Ende der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hat den europäischen Erdgaspreis nach oben getrieben. An der Börse in Amsterdam zog am Mittwoch der Preis für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung im September auf zuletzt 49,27 Euro je Megawattstunde (MWh) an. Das waren 5,8 Prozent mehr als am Vortag.
Nach der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg ist die Waffenruhe aus Sicht von US-Präsident Donald Trump beendet. Trump war auf dem Nato-Gipfel in Ankara gefragt worden, ob die Waffenruhe beendet sei- und beim zweiten Nachhaken der Reporterin, ob die Waffenruhe und das Rahmenabkommen mit dem Iran nun Geschichte seien.
Trump antwortete darauf: "Ich denke, es ist vorbei. Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Sie sind Abschaum." Er halte es für reine Zeitverschwendung, sich mit Vertretern des Irans abzugeben. Er werde seine Unterhändler aber weiter mit dem Iran reden lassen, wenn diese es wünschen, sagte Trump am Rande des Nato-Gipfels in Ankara.
Der Erdgaspreis war bereits vor den Aussagen von Trump gestiegen. In Reaktion auf Attacken gegen einen katarischen LNG-Tanker beim Verlassen der Straße von Hormus hatte das US-Militär Dutzende Ziele im Iran angegriffen. Zudem setzen die USA Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft. Irans Militär kündigte Medienberichten zufolge eine Reaktion auf die US-Angriffe an. Kurz darauf meldete die Armee des mit Washington verbündeten Golfstaats Kuwait feindlichen Beschuss.
Bereits am Dienstag war der Erdgaspreis gestiegen, nachdem der Iran Tanker angegriffen hatte. Am Montagabend hatte der TTF-Preis noch bei rund 44 Dollar gelegen. Der Erdgas-Preis legt aber noch immer unter seinen jüngsten Hochs von Mitte März als der Preis über 60 Dollar gestiegen war. Vor Beginn des Iran-Kriegs hatte er noch bei rund 30 Dollar gelegen. Der Krieg hatte die LNG-Produktion in Katar stark belastet und der Transport durch die Straße von Hormus wurde verringert.
Die Nervosität an den Märkten ist hoch, da die Gasspeicher in Europa wenig gefüllt sind. "Die LNG-Importe in Europa sind zurückgegangen, da Asien angesichts von Versorgungsengpässen im Nahen Osten zunehmend auf den Spotmarkt zurückgegriffen hat", schrieben die Strategen Warren Patterson und Ewa Manthey von der ING Groep NV in einer Analyse. "Die jüngste erneute Eskalation verstärkt die Sorgen hinsichtlich einer angespannten Versorgungslage, da Europa sich der Heizperiode nähert."/jsl/mis
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