Nachrichten Detail

Enthaltene Instrumente

ROUNDUP: BMW stellt Anleger auf Durststrecke ein - Keine schnelle Erholung

Wed Sep 30 15:15:01 CEST 2026

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Autobauer BMW bleibt angesichts der Branchenkrise vor allem im wichtigen Markt China auch für die kommenden Jahre vorsichtig. Zwar peilt der neue Konzernchef Milan Nedeljkovic in der Autosparte weiter die angestammte Prognosebandbreite von 8 bis 10 Prozent Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern an, wie der Dax -Konzern am Mittwoch in München mitteilte. Allerdings dürfte das erst wieder zu Beginn des kommenden Jahrzehnts zu schaffen sein. Als Zwischenschritt soll die am Aktienmarkt viel beachtete operative Marge 2028 zwischen 3 und 5 Prozent betragen, nach den für dieses Jahr nach der jüngsten Gewinnwarnung noch anvisierten 1 bis 3 Prozent.

Die BMW-Aktie legte am Mittwoch um fast drei Prozent zu und machte damit Vortagsverluste mehr als wett. Analysten waren bereits am Dienstag über die wesentlichen Planungen der kommenden Jahre informiert worden. Aussagen dazu hatten die Aktie im späten Handel zwischenzeitlich deutlich unter Druck gesetzt. Die Markterwartungen lagen zuvor eher im oberen Bereich der neuen Spanne für 2028. Dass es wohl erst zu Beginn des nächsten Jahrzehnts eine Rückkehr zu alter Stärke bei der Profitabilität geben würde, hatte Nedeljkovic bereits selbst Ende Juli durchblicken lassen.

Bernstein-Analyst Stephen Reitman sah in den Ankündigungen der Münchner den "Beginn eines Heilungsprozesses". BMW wolle die Angebotsvielfalt reduzieren, Durchlaufzeiten verkürzen, Partnerschaften mit Zulieferern vertiefen und das Händlernetz in China "auf die richtige Größe bringen". Anthony Dick von Oddo BHF kommentierte, BMW müsse unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Nedeljkovic Erfolge vorweisen. Erwartungsgemäß liege der Fokus auf Kostensenkungen.

Harald Hendrikse von der Citigroup war skeptischer. Der Konzern wolle weiter "business as usual" praktizieren, während die Marge ein 25-Jahrestief erreicht habe und obwohl sich die weltweite Nachfrage außerhalb Chinas robust entwickle. Die Stimmung in der Branche bleibe unter Anlegern strukturell schlecht. Vor diesem Hintergrund habe er eine entschiedenere Reaktion von BMW erhofft - wie etwa zuletzt von Volkswagen. In Erwartung eines begrenzten Gewinnanstiegs bis 2028 glaubt Hendrikse, dass Anleger vorsichtig gestimmt bleiben für die BMW-Aktie.

Bei der angestrebten Margensteigerung der kommenden Jahre kommt BMW zugute, dass die Abschreibungen auf den in der China-Mehrheitsübernahme 2022 gezahlten Firmenwert während 2028 auslaufen. Diese hatten die Marge auf Jahressicht zuletzt jeweils gut einen Prozentpunkt gekostet.

"Unser globales Geschäftsmodell bleibt die Grundlage unseres Erfolgs", sagte Nedeljkovic laut Mitteilung. "Gleichzeitig stellen wir unsere Strukturen und unsere Kostenbasis wettbewerbsfähiger auf, um dem zunehmend schärferen Wettbewerb zu begegnen, der diese Branche in den kommenden Jahren prägen wird", verwies der Manager auf den geplanten Personalabbau.

Nedeljkovic hat im Mai in schwieriger Lage das Ruder von Oliver Zipse übernommen. Das Chinageschäft läuft nicht mehr rund, weil die chinesischen Käufer bei teuren ausländischen Autos nicht mehr so tief in die Tasche greifen. Im unteren Marktsegment grassiert ein Preiskampf, der mehr und mehr auf die oberen Segmente übergreift.

Nedeljkovic will bei den für China bestimmten Fahrzeugen nun bedeutend mehr im Land selbst entwickeln und einkaufen lassen. Der Anteil der lokal gefertigten und speziell auf chinesische Kundenwünsche ausgerichteten Fahrzeuge soll bis 2030 auf mindestens 95 Prozent steigen. Ähnlich macht es schon der Volkswagen -Konzern. Zudem prüft BMW auch eine Ausweitung von Exporten aus China nach Südostasien. VW hat das ebenfalls vor.

In den USA, wo US-Präsident Donald Trump die Einfuhrzölle auf aus der EU eingeführte Autos angehoben hat, setzt Nedeljkovic auf Expansion vor Ort. Über dem SUV-Dickschiff X7 soll ein noch größeres Auto mit Zuschnitt auf US-Kundenbedürfnisse kommen. Allerdings ist das US-Werk in Spartanburg bereits ausgelastet, also sollen womöglich dort hergestellte Autos der X-Baureihe auch in anderen Regionen produziert werden, um Platz im Werk freizumachen.

Auf dem Heimatmarkt Europa sieht BMW gute Chancen für Elektroautos im Kompaktsegment. Nachdem der Konzern seine Elektroauto-Modellgeneration "Neue Klasse" bisher eher im teureren Bereich ausgerollt hat, sind ab 2028 auch mengenstarke Modelle an der Reihe.

Eine harte Entscheidung hatte Nedeljkovic bereits getroffen: Mit einem Sparprogramm sollen Tausende Stellen abgebaut werden, um die Fixkosten zu senken. Konkrete Zahlen nannte BMW zwar nicht. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dürften aber um die 8.000 Jobs von zuletzt 154.540 Arbeitsplätzen (Stand 31.12.25) wegfallen. Das Abfindungsprogramm startet im Oktober und läuft voraussichtlich bis Ende kommenden Jahres. Im Management soll dabei jede fünfte Stelle gestrichen werden. Damit will Nedeljkovic die Organisation verschlanken und Entscheidungen beschleunigen.

Beim Geldausgaben will das Management die Zügel insgesamt anziehen. Die Investitions- und Entwicklungsausgaben sollen weiter sinken, nachdem sie 2024 unter anderem wegen Vorbereitungen für die "Neue Klasse" einen Höchstwert erreicht hatten. Ab 2027 sollen die Investitionsausgaben wieder weniger als 5 Prozent des Umsatzes ausmachen, die Entwicklungskosten zwischen 4 und 5 Prozent des Erlöses. 2024 hatten die Posten zusammen 12,8 Prozent der Einnahmen verschlungen. Von 2028 an dürfte die Quote unter 9 Prozent fallen.

Das stützt auch den Zufluss freier Mittel aus dem Autogeschäft. Der Free Cashflow ist in diesem Jahr bei über 2,5 Milliarden Euro veranschlagt, 2028 sollen es dann mehr als 5 Milliarden sein. In den frühen 2030ern stehen dann wieder mehr als 7 Milliarden Euro als Ziel im Plan von Finanzchef Walter Mertl. Der Free Cashflow ist insbesondere als Indikator für die Finanzkraft wichtig. Sie kann Aufschluss geben über die Möglichkeit, Dividenden zu zahlen und Aktienrückkäufe vorzunehmen.

Unterstützen soll beim Sparen der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). Die Rolle von KI soll in der gesamten Wertschöpfungskette ausgebaut werden, unter anderem um die Entwicklung zu beschleunigen. Weil BMW auch einen Nutzen von KI für den Käufer bei Preisvergleichen vermutet, will der Autobauer seinen Vertrieb weiter zum sogenannten Agenturmodell umbauen. Ziel sind einheitliche Preise bei den Händlern, die dann nicht mehr auf eigene Rechnung Autos des Konzerns an- und verkaufen, sondern eine Provision pro Fahrzeug erhalten. Bei der Kernmarke BMW in Europa soll das Modell ab 2027 eingeführt werden./men/mne/jha/

Wertentwicklungen (Performances) und Renditechancen werden ohne Berücksichtigung der jeweiligen Produkt-, Dienstleistungskosten und Zuwendungen angezeigt. Diese und deren Auswirkungen auf die Performance und Renditechance des Instruments erhalten Sie kundenindividuell vor Ihrer Transaktion oder im Rahmen Ihrer Beratung bei der HypoVereinsbank.

Alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen auf dieser Seite stellen weder eine Anlageberatung, noch ein verbindliches Angebot dar und dienen ausschließlich der eigenverantwortlichen Information. Insbesondere können sie eine Aufklärung und Beratung durch den Betreuer nicht ersetzen. Die Instrumente sind nur in Grundzügen dargestellt. Ausführliche Informationen enthalten bei Fonds die allein verbindlichen Verkaufsprospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte, bei anderen Instrumenten die allein verbindlichen Basisprospekte einschließlich etwaiger Nachträge bzw. die Endgültigen Bedingungen und bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen zusätzlich die Basisinformationsblätter. Diese deutschsprachigen Dokumente erhalten Sie bei Fonds in elektronischer Form auf der Detailseite zum Fonds und/oder in Papierform kostenlos über alle HypoVereinsbank Filialen. Bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen erhalten Sie die deutschsprachigen Basisinformationsblätter in elektronischer und/oder in Papierform kostenlos bei Ihrem Ansprechpartner der HypoVereinsbank. Alle anderen Dokumente können Sie direkt beim Emittenten (Herausgeber) anfordern. Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente unterliegen u.a. Kurs- und Währungsschwankungen, die die Rendite steigern oder reduzieren können. Es kann grundsätzlich zum Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Alle Wertpapiere außer Fonds unterliegen dem Emittentenrisiko und strukturierte Produkte zusätzlich dem Risiko des Basiswertes. Bei Optionsscheinen, Knock out Produkten und Faktorzertifikaten sind starke Kursschwankungen üblich und es besteht ein Totalverlustrisiko.

Die Informationen auf dieser Seite stellen auch keine Finanzanalyse dar. Eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Unvoreingenommenheit wird daher nicht gewährleistet. Es gibt auch kein Verbot des Handels - wie es vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt. Diese Information richtet sich nicht an natürliche oder juristische Personen, die aufgrund ihres Wohn- bzw. Geschäftssitzes einer ausländischen Rechtsordnung unterliegen, die für die Verbreitung derartiger Informationen Beschränkungen vorsieht. Insbesondere enthält diese Information weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren an Staatsbürger der USA, Großbritanniens oder der Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, in denen die Voraussetzungen für ein derartiges Angebot nicht erfüllt sind.

Factset   Mountain-View
© 2012-2020. UniCredit Bank GmbH (HVB). Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.
Design and Implementation by ByteWorx GmbH.
Powered by FactSet Digital Solutions GmbH.
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet Digital Solutions GmbH.
Fondsdaten bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH.

Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
Langfristige Wertentwicklungen und Kursschwankungen insbes. zu Finanzinstrumenten, bzw. zu Finanzindizes entnehmen Sie bitte der jeweiligen Detailseite. Bitte beachten Sie: Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für eine künftige Wertentwicklung (Performance) und Renditechance. Die Rendite kann in Folge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.