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Wed May 06 13:48:43 CEST 2026
(neu: Aussagen aus Pressekonferenz, Kurs, Blick auf Branche)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Trotz drohender Lücken in der Versorgung mit Kerosin blickt der Lufthansa-Konzern optimistisch auf den Sommer. Vorstandschef Carsten Spohr setzt auf höhere Ticketpreise und eine stärkere Nachfrage auf Flügen nach Asien und Afrika, bremst aber beim Ausbau des gesamten Flugangebots. Insgesamt werde der Konzern die für 2026 gesetzten Ziele erreichen und gestärkt aus der Krise hervorgehen.
An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an: Die Lufthansa-Aktie legte bis zur Mittagszeit um rund acht Prozent auf 8,35 Euro zu und gehörte damit zu den stärksten Titeln im MDax , dem Index der mittelgroßen Werte. Allerdings hatte das Papier seit Kriegsbeginn am Persischen Golf deutlich verloren. Nun wird es fast wieder so teuer gehandelt wie zum Jahreswechsel.
Auch die Aktien anderer Luftfahrt-Unternehmen legten am Mittwoch kräftig zu, so die Papiere des Reisekonzerns Tui , des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport , des weltgrößten Flugzeugherstellers Airbus und des Münchner Triebwerksbauers MTU . Die Branche profitiert neben dem Rohstoffsektor besonders von Entspannungssignalen im Iran-Krieg.
Analysten zeigten sich von den jüngsten Geschäftszahlen und der bestätigten Gewinnprognose der Lufthansa positiv überrascht. Die Fluggesellschaft habe im ersten Quartal die Erwartungen übertroffen, aber weniger deutlich als ihre Konkurrentin Air France-KLM , schrieb Andrew Lobbenberg von der britischen Investmentbank Barclays. Jetzt werde wohl am Markt diskutiert, ob die Lufthansa es schaffe, die höheren Treibstoffkosten im Rest des Jahres aufzufangen.
Laut Spohr ist die Versorgung mit Treibstoff sechs Wochen im Voraus bis Mitte Juni gesichert. Danach sinke zwar die Sichtbarkeit, er gehe aber weiter davon aus, dass die entstandenen Versorgungslücken geschlossen werden könnten, nachdem auch die Politik den Ernst der Lage erkannt habe. An keinem der Gruppen-Drehkreuze sei derzeit mit Einschränkungen zu rechnen.
Staatliche Lager noch voll
Rund ein Viertel des in Europa benötigten Kerosins sei bis zur Sperrung der Straße von Hormus vom Persischen Golf gekommen, führte der Lufthansa-Chef aus. Derzeit werde von diesem Anteil etwa die Hälfte mit Ersatzlieferungen aus den USA, Nigeria und anderen Ländern ausgeglichen, während die andere Hälfte aus kommerziellen Reserven stamme. Die nationalen Lager der EU-Staaten würden bislang nicht beansprucht.
Spohr forderte die EU auf, den in den USA üblichen Treibstoff der Sorte Jet Fuel A zuzulassen. In der EU ist bislang nur Jet Fuel A1 erlaubt, der einen niedrigeren Gefrierpunkt hat. Das spiele im Sommer aber keine Rolle, meinte Spohr. Die Zulassung könne die Situation ebenso verbessern wie erweiterte Landegenehmigungen für Jets, die das Kerosin für den Rückflug bereits an Bord haben. Auf der Langstrecke nach Asien und Afrika prüft die Lufthansa Möglichkeiten zu Zwischenlandungen, für den Fall, dass am Zielflughafen nicht nachgetankt werden kann. Spohr sagte: "Auch wir können nur fliegen, wenn wir Kerosin haben."
Prognose-Puffer aufgebraucht
Streiks sowie die deutlich gestiegenen Kerosinkosten haben die Gewinnerwartungen des Vorstands dennoch gedämpft. Das Ergebnis werde "vermutlich geringer ausfallen als ursprünglich gedacht", sagte Finanzchef Till Streichert.
Allein die Kerosinrechnung soll im laufenden Jahr mit 8,9 Milliarden Euro 1,7 Milliarden höher ausfallen als zunächst geplant. Gleichwohl halte man an der Prognose fest, im Tagesgeschäft den Vorjahreswert von knapp zwei Milliarden Euro deutlich um mindestens 10 Prozent zu übertreffen. Die aktuellen Umstände hätten den bei der Prognose eingebauten Puffer allerdings weitgehend aufgebraucht, räumte der Finanzchef ein.
Weiterhin besteht das Risiko erneuter Streiks des fliegenden Personals bei der Kernmarke Lufthansa, weil die Tarifkonflikte mit Piloten und Flugbegleitern bislang nicht ausgeräumt sind. Bis einschließlich April sind laut Streichert durch die Arbeitskämpfe an die 200 Millionen Euro Schaden entstanden.
Streckenangebot gestrafft
Spohr ließ an der schwierigen Lage der Branche keinen Zweifel: "Die anhaltende Krise im Mittleren Osten, verbunden mit steigenden Treibstoffkosten und operativen Einschränkungen, stellt die Welt insgesamt, den globalen Luftverkehr und auch unser Unternehmen vor enorme Herausforderungen." Allerdings sei der Konzern resilient aufgestellt, um diese Auswirkungen abzufedern.
Dies gelte für eine überdurchschnittliche Absicherung gegen schwankende Treibstoffpreise ebenso wie die unterschiedlichen Konzern-Airlines mit ihren eigenen Drehkreuzen. Damit könne die Lufthansa ihr Streckenangebot schnell an eine veränderte Nachfrage anpassen. "Wir mussten nur vier Destinationen von 300 aus dem Netz nehmen", sagte Spohr.
Sonderkonjunktur durch Iran-Krieg
Die zusätzlichen Kostenbelastungen will der Konzern durch höhere Einnahmen, verschärfte Einsparungen und ein effektiveres Streckennetz abfedern. Die Passagier-Kapazität soll nur noch um höchstens 2 statt bislang um 4 Prozent wachsen. Im Europa-Verkehr werden unrentable Strecken auch durch die Schließung der Regionaltochter Cityline gestrichen. Die Situation zwinge die Lufthansa, "konsequent alle Stellhebel zu prüfen, mit denen wir Kosten senken, Effizienzen heben und Risiken reduzieren können, um auch weiterhin bestmöglich handlungsfähig zu sein", sagte Finanzchef Streichert.
Im ersten Quartal hat der Lufthansa-Konzern von den kriegsbedingten Problemen der Golf-Airlines Emirates, Qatar Airways und Etihad profitiert, die als Konkurrenz Richtung Asien und Afrika ausfielen. Die Streichung von Verbindungen in den Nahen Osten schlugen zwar auch bei der Lufthansa negativ zu Buche, konnten aber mit zusätzlichen Angeboten nach Westeuropa und auf den Asienrouten mehr als ausgeglichen werden.
In der typischerweise schwachen Reisezeit lief das Geschäft überraschend gut. So stieg der Umsatz im Jahresvergleich um acht Prozent auf 8,75 Milliarden Euro. Der saisontypische bereinigte operative Verlust ging trotz der Belastung durch Crew-Streiks um 15 Prozent auf 612 Millionen Euro zurück. Unter dem Strich schrumpfte der Fehlbetrag sogar um ein Viertel auf 665 Millionen Euro./ceb/stw/jha/
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