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Fri Jun 19 12:23:17 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag von seiner freundlichen Seite gezeigt. Allerdings könnten wegen des sogenannten großen Verfalltags die Kurs-Schwankungen im Handelsverlauf noch zunehmen. An diesem Freitag laufen an den Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktienindizes aus.
Der Dax festigte gegen Mittag die 25.000-Punkte-Marke und notierte zuletzt 0,4 Prozent höher bei 25.129 Punkten. Tags zuvor hatte der Leitindex erstmals seit Anfang Juni wieder über der Tausendermarke geschlossen. Damit deutet sich für den Dax ein Wochengewinn von rund zwei Prozent an. Der MDax der mittelgroßen deutschen Werte stagnierte am Freitag bei 32.665 Zählern.
Kein großes Hindernis war die Absage der Friedensgespräche in der Schweiz zwischen den USA und dem Iran. Medienberichten zufolge hat der Iran die Gespräche verschoben, weil Israel erneut den Libanon angegriffen habe. Die israelische Armee attackierte nach eigenen Angaben Stellungen der schiitischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon aus der Luft. Zuvor habe die Hisbollah Raketen auf israelische Soldaten abgefeuert, schrieb die Armee auf X.
Im Autosektor zeigten sich die Papiere von BMW und Mercedes-Benz mit bis zu 2,1 Prozent Plus erholt davon, dass zwei Tage lang eine Gewinnwarnung von BMW den Sektor belastet hatte. Ein Bericht im "Handelsblatt", wonach die EU Zölle auf chinesische Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge vorbereitet, wirkt laut dem UBS-Experten Patrick Hummel positiv. Die Titel von Volkswagen müssen wegen gesondert betrachtet werden, weil sie am Freitag mit einem Dividendenabschlag gehandelt werden.
Infineon nähert sich mit einem Anstieg von 1,1 Prozent wieder dem Anfang Juni erreichten Hoch seit dem Jahr 2000. Die Titel folgten damit der Stärke der New Yorker Nasdaq-Börse. Auch Aktien aus dem Chip-Ausrüsterbereich wie Aixtron legten weiter zu, obwohl eine Warnung der US-Regierung an den Anlagenbauer ASML ausgesprochen wurde, wonach eines seiner Lithografie-Systeme entgegen den US-Sanktionen in China im Einsatz sein könnte.
Positiv fielen im Chip-Ausrüsterbereich Suss Microtec auf, die um 10 Prozent auf ein erneutes Rekordhoch sprangen. Die Privatbank Berenberg suggeriert noch Potenzial mit einem Kursziel, das auf 125 Euro erhöht wurde. Der Markt habe die weiter anziehende Dynamik des Anlagenbauers in der Chipbranche noch nicht gänzlich honoriert, schrieb die Expertin Amelie Dueckelmann-Dublany.
Die Aktien von Lanxess erholten sich um 8 Prozent auf das höchste Niveau seit rund vier Wochen. Auch andere Chemiewerte wie Evonik , Wacker Chemie oder auch BASF stiegen wieder. Seit Mitte März hatte die Branche von einer Sonderkonjunktur durch den Iran-Krieg profitiert. Zuletzt geriet die Erholung aber durch die Entspannung ins Wanken./edh/tih/jha/
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
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