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Tue Jun 23 18:07:45 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die 25.000 Punkte bleiben für den Dax eine Herausforderung. Nachdem sich der deutsche Leitindex zum Wochenstart erneut deutlich von dieser Marke nach oben hin absetzen konnte, folgte am Dienstag der nächste Rückschlag. Für Katerstimmung sorgte dieses Mal eine von den Börsen Asiens eingeläutete Korrektur bei Profiteuren des Megatrends Künstliche Intelligenz (KI), die am Nachmittag in den USA ihre Fortsetzung fand.
Mit minus 0,98 Prozent auf 24.893,58 Zähler ging der Dax aus dem Xetra-Handel, womit es ihm gelang, sich etwas von seinem Tagestief zu erholen. Der MDax fiel um 1,37 Prozent auf 32.129,10 Zähler und auch europaweit verbuchte ein Teil der Börsen Verluste. Der EuroStoxx 50 schloss 1,28 Prozent tiefer auf 6.230,55 Punkte. Außerhalb der Euroregion hingegen, in London und Zürich, wurden moderate Gewinne verbucht. In New York gibt aktuell der technologielastige Nasdaq 100 2,0 Prozent nach.
Trotz der Dax-Erholung vom Tagestief hat sich das technische Bild mit dem erneuten Abprall an der 25.000er-Marke laut Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets verschlechtert. Aktuell drückten erkennbare Korrekturen bei Technologiewerten auf die Stimmung, während eine potenzielle Entspannung im Nahost-Konflikt bereits in die Kurse eingepreist sei und als positiver Impulsgeber wegfalle.
Europäische Werte, die stark von der KI-Fantasie nach oben katapultiert worden waren, folgten der internationalen Entwicklung. Im Energietechnik-Bereich galt dies für Siemens Energy und den frisch in den Dax aufgestiegenen Baukonzern Hochtief . Während Siemens Energy 3,9 Prozent verloren, büßten Hochtief 4,3 Prozent ein. Beide Aktien waren in den vergangenen Monaten starke Profiteure der gigantischen Investitionen in Rechenzentren gewesen.
Noch stärker waren indes die Rückschläge im globalen Chipsegment, in dem hierzulande Infineon 6,3 Prozent einbüßten und so ein Stück weit von ihrem 26-Jahreshoch zurückkamen. Für die Anteilsscheine der Branchenausrüster Suss Microtec , Aixtron und PVA Tepla ging es um bis zu elf Prozent bergab.
Die Messlatte im Chipbereich hängt laut Jochen Stanzl von der Consorsbank hoch. Daher richte sich der Blick bereits auf die am Mittwochabend erwarteten Resultate von Micron . Die Zahlen des Chipherstellers dürften laut dem Marktanalysten "zu einem Stresstest für den gesamten Sektor werden". Angesichts einer Vervierfachung der Micron-Aktien in diesem Jahr würden wohl "nur noch allerbeste Quartalszahlen" akzeptiert.
Abseits der Tech-Werte stand RWE im Fokus, denn die jüngsten Spekulationen darüber, dass der Energiekonzern die Mehrheit am Übertragungsnetzbetreiber Amprion übernehmen wolle, bestätigten sich. Dafür beschaffte sich der Konzern mit einer Kapitalerhöhung schon am Vortag frisches Geld. Die Aktie schloss mit plus 0,1 Prozent.
Eine Wandelanleihe zog beim Wohnimmobilien-Konzern Vonovia unterdessen einen Abschlag von 2,9 Prozent nach sich. Üblicherweise müssen Anleger dabei einen Verwässerungseffekt befürchten, wenn die Anleihe später in Aktien gewandelt werden.
Gewinner waren allgemein rar in der Dax-Familie. Das Index-Schwergewicht SAP sorgte im Dax mit einer Erholung um 1,7 Prozent für ein nicht ausreichendes Gegengewicht zum schwachen Gesamtmarkttrend. Software-Aktien hatten sich zuletzt konträr zum Tech-Sektor sehr schwach entwickelt aus Sorge vor einer Bedrohung durch KI.
Im MDax stach das DWS-Papier mit plus 4,2 Prozent heraus. Analyst Arnaud Giblat von der Investmentbank Exane BNP stufte die Aktien des Fondsanbieters angesichts einer starken Geschäftsdynamik auf "Outperform" hoch. Mit seinem neuen Kursziel von 74 Euro liegt der Experte deutlich über dem bisherigen Rekordhoch der Aktie von 65,80 Euro aus dem Monat Februar, das am Dienstagmittag wieder erreicht wurde./ck/jha/
--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---
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