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Thu May 07 09:55:30 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Autozulieferer Aumovio hat im ersten Quartal trotz eines schwachen Marktumfelds seinen Gewinn im Tagesgeschäft ausgebaut. Dabei profitierte der ehemalige Geschäftsbereich von Continental von einem größeren Anteil profitabler Produkte und seinen Sparprogrammen. Das konnte den Gegenwind von Währungseffekten sowie Werksschließungen und -verkäufen im Ergebnis mehr als wettmachen. Sonderkosten für Abfindungen und Kostensenkungen zogen die Frankfurter aber dennoch in die roten Zahlen.
Die im MDax notierte Aktie legte im frühen Handel zu. Das am Vortag bereits stark gelaufene Papier zog rund eine halbe Stunde nach Handelsstart etwas mehr als ein Prozent auf 39,40 Euro zu. Seit Ende 2025 sank der Kurs um rund acht Prozent, liegt aber immer noch etwas über den Kursen des ersten Handelstags nach der Abspaltung von Continental.
Der Autozulieferer habe einen guten Start ins Jahr hingelegt, schrieb Analyst Jose Asumendi von der US-Bank JPMorgan. Das Ergebnis sei besser ausgefallen als die Erwartung im vom Unternehmen abgefragten Stimmungsbild. Fraglich sei allerdings die Margenentwicklung im Geschäftsfeld mit den Fahrassistenzfunktionen (Autonomous and Commercial Mobility), die nur zum Teil durch Einsparungen habe abgefedert werden können.
Der Sparkurs bei Forschung und Entwicklung sowie in anderen Bereichen funktioniere, der Konzern habe damit im gegenwärtigen Marktumfeld Verbesserungen selbst in der Hand, schrieb Experte Harry Martin vom US-Analysehaus Bernstein. Für ihn bleibe allerdings langfristig die Frage, wie stark Foschungs- und Investitionsausgaben weiter gesenkt werden könnten, ohne das Wachstum zu hemmen. Der Auftragseingang sei im ersten Quartal schließlich gegenüber dem Niveau des Jahres 2025 gesunken.
Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg in den ersten drei Monaten im Jahresvergleich um gut 14 Prozent auf 106 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Damit schnitt Aumovio etwas besser ab als von Analysten erwartet. Dabei sackte der Umsatz um knapp 8 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro ab. Dazu trug auch bei, dass Aumovio sein Produktionsnetzwerk derzeit über Verkäufe und Schließungen deutlich strafft.
Das kam unter dem Strich teuer. 156 Millionen Euro Sonderkosten für den Konzernumbau und Abfindungen fielen an, weitere Belastungen kamen hinzu. Der Nettoverlust betrug 157 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor war es noch ein Verlust von 217 Millionen Euro gewesen.
"Im ersten Quartal wirkte sich ein anhaltend herausforderndes Marktumfeld in Kombination mit substanziellen Währungseffekten sowie Volumenrückgängen negativ auf unsere Geschäftsentwicklung aus", sagte Konzernchef Philipp von Hirschheydt laut Mitteilung. Die Effizienzmaßnahmen seien aber wirksam und würden auch künftig eine zentrale Rolle spielen. Der Manager bestätigte die Jahresprognose. Effekte aus dem Nahost-Krieg im Iran sind jedoch bisher nicht einkalkuliert.
Wie die gesamte Branche leidet der Hersteller von unter anderem Bremsen, Elektronik und Innenraumdisplays unter der schwachen Nachfrage durch Autobauer, weil die Produktion von Fahrzeugen weltweit nicht recht in die Gänge kommt.
Von Hirschheydt hat den Blick wegen des schwachen Abschneidens in den Vorjahren auf die Profitabilität gerichtet. Noch unter Conti wurden 5.400 Verwaltungsjobs und 1.750 Stellen in der Forschung und Entwicklung gestrichen. Weitere 3.000 Jobs in Forschung und Entwicklung entfielen zum Großteil schon bis Ende 2025. Im Januar hatte das Unternehmen den Abbau von weiteren 4.000 Stellen in dem Bereich angekündigt. Bei den noch laufenden Sparrunden gehen auch erneut Arbeitsplätze in Deutschland verloren, der Schwerpunkt liegt aber auf dem Ausland.
Auch in der Produktion will das Management den Konzern verschlanken. Von weltweit 55 Produktionsstätten Ende 2025 sollen bis Ende 2028 zehn wegfallen. So kündigte von Hirschheydt im März an, ein Werk in China dichtzumachen, 1.500 Stellen in der Produktion fallen damit zusätzlich weg. Zwei weitere Fabriken, darunter eine im hessischen Babenhausen, sollen dieses Jahr ebenfalls die Produktion einstellen. Zwei weitere Standorte in Rheinböllen in Rheinland-Pfalz und Mechelen in Belgien werden verkauft./men/nas/zb
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