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Tue Jul 21 20:40:12 CEST 2026
(neu: Aussagen aus Investorenveranstaltung zu A350-Stretch, Großraumjet-Plänen, Produktionszahlen)
LONDON (dpa-AFX) - Der weltgrößte Flugzeugbauer Airbus will seinen Gewinn dank der starken Nachfrage nach Passagierjets bis 2029 kräftig nach oben treiben. Vor allem das Geschäft mit Passagier- und Frachtjets soll dazu beitragen, dass der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) auf 12 bis 13 Milliarden Euro steigt. Für 2026 hat Konzernchef Guillaume Faury rund 7,5 Milliarden im Auge. So will Airbus binnen drei Jahren fünf Milliarden Euro für den Rückkauf eigener Aktien ausgeben. Außerdem denkt das Management über eine extralange Version des Großraumjets A350 nach.
Airbus fahre in allen Geschäftsbereichen die Produktion hoch, um der starken Nachfrage gerecht zu werden, sagte Faury am Dienstagabend in London. Derzeit präsentiert Airbus wie andere Flugzeughersteller und Zulieferer seine Produkte auf der Farnborough Airshow nahe der britischen Hauptstadt.
Am Finanzmarkt wurden die Neuigkeiten positiv aufgenommen: Die Airbus-Aktie legte im nachbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs um mehr als zwei Prozent zu.
Airbus sitzt in seinem Kerngeschäft mit Passagierjets auf prallvollen Auftragsbüchern. Vor allem wegen Engpässen bei Zulieferern wie Triebwerksbauern kommt der Konzern kaum hinterher, die starke Nachfrage der Fluggesellschaften nach seinen Flugzeugen zu stillen. So musste Faury die ehrgeizigen Produktionsziele für die meistgefragte Flugzeugfamilie A320neo wiederholt in die Zukunft verschieben.
Dafür zuständig ist seit diesem Jahr der neue Spartenchef Lars Wagner. Der Manager hatte zuvor den Chefposten beim deutschen Triebwerksbauer MTU aufgegeben. Binnen drei Jahren soll er den bereinigten operativen Gewinn der Sparte auf etwa zehn Milliarden Euro nach oben treiben. Das wäre fast doppelt so viel wie noch 2025.
Wagner rechnet sich für die kommenden Jahre bei den Passagierjets teils deutlich höhere Margen aus. So ist Airbus mit seiner Modellfamilie A320neo Marktführer bei den Mittelstreckenjets und will die Produktion der Reihe bis 2027 auf monatlich 70 bis 75 Maschinen steigern. Danach solle sie erst einmal bei 75 bleiben, bevor man über weitere Steigerungen nachdenke, sagte Wagner. Der kleinere Airbus A220 soll im Jahr 2028 mit einer Produktion von dann 13 Stück pro Monat die Gewinnschwelle erreichen.
Größere Chancen als bislang wittert Wagner im Markt der Großraumjets für die Langstrecke, bei denen der kriselnde Konkurrent Boeing aus den USA bisher den größeren Teil des Marktes beherrscht. Gerade für den Airbus A350 sehe er die Chance, die Produktion künftig weit über die für 2028 geplanten 12 Maschinen pro Monat zu steigern.
Es gebe eine große Nachfrage nach diesen Maschinen, sagte Wagner. "Wir müssen in der Lage sein, den Kunden frühere Slots anzubieten." Zudem prüfe Airbus die Entwicklung einer verlängerten Version der A350 - noch länger als das derzeit größte Modell A350-1000. "Es gibt aber noch keine Entscheidung über den Stretch", stellte Finanzvorstand Thomas Toepfer klar.
Grund für die Überlegungen: Die Airlines tendieren laut Wagner immer stärker zu den größten Versionen der jeweiligen Flugzeugfamilien. So entfielen bei der A320neo-Reihe inzwischen 75 Prozent des Auftragsbestands auf die Langversion A321neo. Zudem gebe es einen Trend zu Varianten mit größerer Reichweite.
Die Rüstungs- und Raumfahrtsparte Defence & Space und das Hubschraubergeschäft steuern zum konzernweiten Ergebnis vergleichsweise wenig bei. Für 2029 setzt Faury ihnen einen bereinigten operativen Gewinn von 1,3 und 1,2 Milliarden Euro zum Ziel.
Für 2026 sieht der Manager den Konzern auf Kurs. So soll Airbus in diesem Jahr etwa 870 Verkehrsflugzeuge ausliefern und damit den bisherigen Rekord von 863 Maschinen aus dem Jahr 2019 übertreffen. Der bereinigte operative Gewinn soll rund 7,5 Milliarden Euro erreichen./stw/he
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