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WDH/ROUNDUP 2: Airbus erwartet Rekordjahr und knappe Triebwerke - Aktie sackt ab

Thu Feb 19 14:33:42 CET 2026

(Im zwölften Absatz, letzter Satz, wurde ein Tippfehler in der Typbezeichnung behoben: A400M rpt A400M.)

TOULOUSE (dpa-AFX) - Der weltgrößte Flugzeugbauer Airbus will 2026 so viele Jets an Kunden übergeben wie nie zuvor. Allerdings kämpft der Dax-Konzern weiterhin mit schleppenden Triebwerkslieferungen des US-Herstellers Pratt & Whitney. Die Produktionspläne für die meistgefragte Modellfamilie A320neo verschieben sich daher noch weiter in die Zukunft. Airbus-Chef Guillaume Faury gab dem Triebwerkshersteller ausdrücklich die Schuld an der weiteren Verzögerung. An der Börse kamen die Neuigkeiten schlecht an.

Die Airbus-Aktie verlor am Vormittag fast sieben Prozent auf 186,88 Euro. Damit landete sie auf dem tiefsten Stand seit dem Jahreswechsel und war größter Verlierer im Dax. Branchenexperten zeigten sich von den Geschäftszahlen zwar positiv überrascht, waren aber von den Aussichten für 2026 eher enttäuscht.

So plant Faury für 2026 die Auslieferung von rund 870 Verkehrsflugzeugen. Damit würde Airbus seinen Rekord von 863 Maschinen aus dem Jahr 2019 übertreffen. Analysten hatten jedoch im Schnitt mit einem Anstieg auf mehr als 900 Maschinen gerechnet.

Dass die RTX-Tochter Pratt & Whitney nicht die bestellte Zahl von Triebwerken liefere, "wirkt sich negativ auf die Prognose für dieses Jahr und den Produktionsanstieg aus", erklärte Faury. Es gebe einen "signifikanten Rückstand" des wichtigen Zulieferers. An dessen Getriebefan-Antrieben für die meistgefragte Airbus-Modellfamilie A320neo arbeitet auch der deutsche Triebwerksbauer MTU mit. Pratt & Whitney dürfte bei den Lieferungen erst 2027 deutlich zulegen, bevor der Rückstand aufgeholt sei.

Schon in den Vorjahren hatten verspätete Lieferungen von Triebwerksherstellern Airbus immer wieder zurückgeworfen. Dies betraf teils auch die Leap-Antriebe von CFM, einem Gemeinschaftsunternehmen von Safran und GE Aerospace, die als Alternative zu Pratt & Whitneys Getriebefan etwa jeden zweiten Jet der A320neo-Reihe antreiben.

Nun dürfte die Produktion der A320neo-Modellfamilie bis Ende 2027 nur auf 70 bis 75 Maschinen pro Monat klettern. Bisher hatte Faury das obere Ende dieser Spanne angepeilt und selbst dieses Ziel zuvor mehrfach in die Zukunft verschoben. Eine stabile Produktionsrate von 75 erwartet der Manager erst nach 2027. Zudem passte der Manager seinen Zeitplan für das kleinere Modell A220 an.

Daher erwartet die Airbus-Führung im laufenden Jahr vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten (bereinigtes Ebit) nur einen Gewinnanstieg auf rund 7,5 Milliarden Euro. Branchenexperten hatten im Schnitt mehr als 8 Milliarden auf dem Zettel.

In den vergangenen Jahren hatte Airbus seine Auslieferungsziele wegen knapper Triebwerke und anderer Bauteile mehrfach verfehlt. 2025 konnten die Triebwerkshersteller ihre Rückstände aus der ersten Jahreshälfte zwar aufholen, doch ein Zulieferer von Rumpfteilen patzte: Wegen Qualitätsmängeln an bestimmten Verkleidungen musste Airbus ab November hunderte praktisch fertige Jets überprüfen. Statt der zuvor angepeilten 820 Maschinen lieferte Airbus nur 793 Stück aus.

An Bestellungen fehlt es Airbus nicht - im Gegenteil: Ende Dezember saß der Konzern auf einem Rekord-Auftragsbestand von 8.754 Passagier- und Frachtflugzeugen. Gemessen an den für 2026 geplanten Auslieferungen würden die Bestellungen die Produktion rechnerisch über zehn Jahre auslasten. Die Produktion der A320neo-Familie ist längst bis ins nächste Jahrzehnt hinein ausgebucht.

Fluggesellschaften müssen neue Maschinen daher lange im Voraus bestellen. Der einzige große Airbus-Konkurrent Boeing aus den USA steckt seit Jahren in der Krise und ist zwischenzeitlich weit hinter den Hersteller aus Europa zurückgefallen. Trotzdem sitzt auch er auf einem riesigen Auftragsbestand und kommt der Nachfrage kaum hinterher.

Unterdessen übertraf der Airbus-Konzern im abgelaufenen Jahr trotz aller Schwierigkeiten seine Finanzziele und schnitt zugleich besser ab als von Analysten im Schnitt erwartet. So wuchs der Umsatz um sechs Prozent auf 73,4 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn sprang um ein Drittel auf etwas mehr als 7,1 Milliarden nach oben, und unter dem Strich stand ein Überschuss von rund 5,2 Milliarden Euro, fast ein Viertel mehr als im Vorjahr. Die Dividende soll um 20 Cent auf 3,20 Euro je Aktie steigen.

Zuwächse gab es nicht nur im Hauptgeschäft mit Passagierflugzeugen. Auch die Hubschraubersparte konnte ihren Umsatz und ihren bereinigten operativen Gewinn steigern. Die Rüstungs- und Raumfahrtsparte schaffte es zurück in die Gewinnzone, nachdem hohe Sonderkosten für Satellitenprogramme und den Militärtransporter A400M den Geschäftsbereich im Vorjahr tief in die roten Zahlen gerissen hatten.

Konkurrent Boeing erzielte 2025 unterdessen seinen ersten Jahresgewinn seit 2018 - und verdankte selbst dies nur dem Verkauf einer Sparte. Der US-Konzern hatte seit zwei tödlichen Abstürzen in den Jahren 2018 und 2019 und einem längeren Startverbot für sein wichtigstes Modell 737 Max in vielen Bereichen mit Qualitätsmängeln zu kämpfen und musste sich dem Vorwurf aussetzen, an der Sicherheit gespart zu haben. Nach einem Beinahe-Unglück Anfang 2024 griffen die Behörden durch und legten Boeing harte Beschränkungen auf.

Im vergangenen Jahr erholte sich der Hersteller zwar ein gutes Stück und lieferte mit 600 Passagier- und Frachtjets weitaus mehr Maschinen aus als im Vorjahr. Allerdings blieb der einstige Weltmarktführer erneut weit hinter Airbus und schrieb im Tagesgeschäft erneut tiefrote Zahlen./stw/nas/jha/men

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