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Fri May 08 18:05:09 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Neue Kriegssorgen rund um den Iran haben am Freitag die deutsche Börse belastet. Der Leitindex Dax sank um 1,32 Prozent auf 24.338,63 Punkte und entfernte sich damit weiter von der Marke von 25.000 Zählern, die er am Mittwoch erstmals seit Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar zeitweise klar überschritten hatte. "Der Dax muss den weiter hohen Ölpreisen Tribut zollen, die den Konjunkturerwartungen für die Eurozone und damit auch für Deutschland einen Strich durch die Rechnung machen", schrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst beim Handelshaus CMC Markets
Auf Wochensicht ergibt sich für den Dax ein Plus von 0,19 Prozent. Der MDax mit den mittelgroßen Werten fiel am Freitag um 1,20 Prozent auf 31.181,06 Zähler.
Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran wird zurzeit auf die Probe gestellt: Teheran und die Vereinigten Staaten haben sich trotz einer Waffenruhe gegenseitig angegriffen. Der Iran attackierte US-Militärschiffe in der Meerenge von Hormus mit Raketen und Schnellbooten, die USA griffen Ziele auf dem Festland an. Unklar blieb, wer zuerst das Feuer eröffnete. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten neue iranische Angriffe. US-Präsident Donald Trump forderte Teheran unter Drohungen auf, "schnell" eine Friedensvereinbarung zu unterzeichnen. Die Feuerpause gelte aber trotz der Angriffe weiter.
Die Veröffentlichung des US-Jobberichts ließ die Anleger eher kalt. Die Beschäftigtenzahl stieg im April stärker als erwartet. Der Lohnzuwachs fiel etwas geringer aus als angenommen.
In der Berichtssaison ging es nach einigen heißen Tagen am Freitag gemächlicher zu. Quartalszahlen hatte die Commerzbank veröffentlicht, die zurzeit vor allem wegen der Übernahmeofferte der italienischen Unicredit im Fokus steht. Das Frankfurter Institut hob seine Prognosen an. Die im Dax notierten Anteile gaben dennoch um 3,9 Prozent nach. Die Analysten der kanadischen Bank RBC sprachen von ambitionierten Zielen.
Aus dem MDax berichteten der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones , der IT-Dienstleister Bechtle und der Chemiekonzern Evonik über das abgelaufene Quartal.
Bechtle gewannen 2,1 Prozent. Das Analysehaus Jefferies lobte den guten Jahresstart mit starker Nachfrage der öffentlichen Hand in Deutschland. Evonik legten um 1,4 Prozent zu. Vorgezogene Bestellungen hätten im ersten Quartal zu übertroffenen Erwartungen geführt, schrieb Analyst Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan. Krones hingegen fielen um 1,1 Prozent. Das Unternehmen war wegen negativer Währungseffekte mit Rückgängen bei Umsatz und Ergebnis ins Jahr gestartet.
Rheinmetall verloren nach dem Kursrutsch am Vortag am Dax-Ende mehr als neun Prozent. Der seit Januar intakte Abwärtstrend setzte sich damit fort. Analyst David Perry von JPMorgan, der bei Rheinmetall bislang Kursrücksetzer stets als Kaufgelegenheit gesehen hatte, stufte die Papiere jetzt auf "Neutral" ab. Es scheine dem Rüstungskonzern aktuell schwer zu fallen, die eigenen Wachstumsambitionen zu erfüllen.
Unbeirrt auf Rallykurs befinden sich die Aktien des Waferherstellers Siltronic , die am Freitag gut zwölf Prozent gewannen. Vom KI-Boom voll erfasst, haben sie sich seit Anfang April fast verdoppelt.
Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es am Freitag um 1,02 Prozent auf 5.911,53 Punkte nach unten. In Zürich und in London gaben die Leitindizes nur leicht nach. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial bewegte sich zum europäischen Börsenschluss kaum./la/he
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
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