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Thu Jul 16 14:53:22 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Donnerstag im Handelsverlauf seine Verluste ausgeweitet. Gegenwind kam zunächst von den schwachen asiatischen Märkten und dann auch von den überwiegend im Minus erwarteten US-Indizes. Zuletzt drückte zudem ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters auf die Stimmung. Informierten Kreisen zufolge soll der Iran von der jemenitischen Huthi-Bewegung Unterstützung für eine Sperrung der Ölroute durch das Rote Meer für den Fall erbeten haben, dass die Vereinigten Staaten wie angedroht Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur starten, hieß es.
Am frühen Nachmittag büßte der deutsche Leitindex 1,14 Prozent auf 24.714 Punkte ein. Damit rutschte er sowohl auf ein Tief seit Ende Juni als auch unter die kurz- bis mittelfristig wichtige 50-Tage-Linie. Die zuletzt umkämpfte 25.000-Punkte-Marke gerät zunehmend außer Sichtweite.
Für den MDax ging es um 0,77 Prozent auf 31.855 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,8 Prozent.
Analyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets verwies auf die weiteren Gewinnmitnahmen im asiatischen Halbleitersektor - starke Geschäftszahlen sowie die angehobenen Umsatz- und Investitionsziele des taiwanesischen Chipherstellers TSMC halfen ihm nicht. Die offiziellen Quartalszahlen hätten die teils bereits bekannten Eckdaten lediglich bestätigt, und "die Skepsis der Investoren über die weitere Entwicklung im KI- und Rechenzentrumsgeschäft in der spätzyklischen Phase bleibt", betonte der Experte.
Dementsprechend konnten die TSMC-Aussagen auch weitere Verluste im deutschen Halbleitersektor nicht verhindern. Infineon sanken am Dax-Ende um 4,8 Prozent. Für MDax-Schlusslicht Aixtron sowie die Indexnachbarn Siltronic und Suss Microtec ging es um bis zu 6,5 Prozent bergab. Die Aktien von LPKF und Jenoptik , die der Branchenschwäche am Mittwoch noch getrotzt hatten, gaben um 2,9 beziehungsweise 2,3 Prozent nach. Zur Wochenmitte war bereits der gute Quartalsbericht des niederländischen Chipindustrie-Ausrüsters ASML weitgehend verpufft.
Dass der Finanzdienstleister Hypoport für das erste Halbjahr über eine Stagnation in der privaten Immobilienfinanzierung berichtete, ließ die Aktien um 1,5 Prozent sinken. Nach dem Zinsanstieg infolge des Iran-Kriegs hätten viele Verbraucher im ersten Quartal noch schnell Kredite abgeschlossen, berichtete Hypoport. Dieser Vorzieheffekt ging demnach zulasten des zweiten Quartals.
Die nun offiziell vorliegende Übernahmeofferte von Uber gab Delivery Hero kaum Impulse: Mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 38,26 Euro blieben die Titel des Essenslieferdienstes deutlich unter den vom US-Fahrdienstvermittler gebotenen 41,50 Euro je Aktie. Analysten zufolge begrenzen die zu erwartende, langwierige Prüfung der Wettbewerbsbehörden sowie die fehlende Fantasie für Gegengebote das weitere Kurspotenzial. Seit Jahresbeginn haben die Aktien bereits um gut 68 Prozent zugelegt.
Die Cewe-Titel verteuerten sich um 0,9 Prozent. Der Fotodienstleister will mit der Übernahme des Sofortfoto-Geschäfts von Kodak Alaris sein Kerngeschäft Fotofinishing und seine internationale Präsenz im Handel ausbauen.
Ansonsten bewegten Analystenaussagen. Für Schaeffler ging es um 0,8 Prozent auf 8,45 Euro hoch. Die Schweizer Bank UBS erhöhte ihr Kursziel für die Aktien des Auto- und Industriezulieferers um einen auf 8,10 Euro und strich ihr Verkaufsvotum.
Die Anteile von Knorr-Bremse zogen um 1,1 Prozent an, nachdem die US-Bank JPMorgan ihnen den Stempel "Positive Catalyst Watch" aufgedrückt hatte. Damit gab Experte Akash Gupta seinen optimistischen Erwartungen für die Ende Juli anstehenden Quartalszahlen des Bremsenspezialisten Ausdruck./gl/mis
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
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