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Aktien Frankfurt: Dax trotz hoher Ölpreise nur knapp im Minus

Thu Mar 12 14:49:53 CET 2026

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax gibt am Donnerstag in einem Umfeld wieder steigender Ölpreise nur moderat nach. Anleger reagierten gelassener als noch am Montag darauf, dass ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent zeitweise wieder mehr als 100 US-Dollar kostete und zuletzt nah an dieser Preismarke verblieb. Positive Reaktionen auf einige Unternehmensberichte halfen dem Dax beim Begrenzen seiner Verluste.

Der deutsche Leitindex sank am Nachmittag zu Zeiten des US-Handelsstarts um 0,3 Prozent auf 23.564 Zähler. Eine noch deutlichere Annäherung an das Montagstief von 22.927 Punkten, die am frühen Morgen befürchtet wurde, blieb damit aus. Der MDax gab nur denkbar knapp auf 29.411 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx dagegen fiel etwas deutlicher um 0,8 Prozent.

Maßgeblich für Anleger bleibt die Entwicklung der Öl- und Gaspreise, weil der von den USA und Israel angegriffene Iran immer stärker die Energiewirtschaft in der Golfregion ins Visier nimmt. Die am Vortag von der Internationalen Energieagentur (IEA) angekündigte Freigabe strategischer Ölreserven zeigte keine entspannende Wirkung. Laut dem UBS-Experten Henri Patricot bringt dies nur Zeitgewinn, ohne etwas Grundlegendes an der Situation zu ändern.

Spitzenreiter im Leitindex waren die Zalando-Aktien, die um 12 Prozent nach oben sprangen. Verwiesen wurde auf Zahlen über den Erwartungen, ein angekündigtes Aktienrückkaufprogramm und erfreuliche Zielsetzungen. Für 2026 bleibt der Online-Händler optimistisch, indem er weiter wachsen und dabei auch auf die Anwendung von KI setzen will.

Gewinne gab es auch bei Daimler Truck . Ein Anstieg um 4,4 Prozent dürfte manch einen Anleger überrascht haben, der früh am Morgen noch auf fallende Kurse gesetzt hatte. Der Ausblick des Nutzfahrzeugbauers enttäuschte zwar auf den ersten Blick, doch dem standen ein solides viertes Quartal und positive Aussagen zur Auftragsentwicklung gegenüber.

Nach Zahlenvorlagen gab es außerdem Gewinne zwischen zwei und drei Prozent bei Brenntag , RWE und Hannover Rück . Der Rückversicherer aus Hannover überzeugte die Anleger mit einer höher als gedachten Dividende, während beim Energiekonzern RWE der langfristige Ausblick gut ankam. Der Chemikalienhändler Brenntag will seinen Sparkurs wegen anhaltendem Gegenwind noch einmal verschärfen.

Auch anziehende Kurse im Rüstungssektor verhinderten, dass sich der Leitindex seinem jüngsten Tief deutlicher näherte. Rheinmetall erholten sich um 1,8 Prozent von ihrem Jahrestief, wozu das italienische Branchenunternehmen Leonardo mit einem starken Ausblick einen bedeutenden Impuls gab.

Nach der Zahlenvorlage gaben BMW jedoch um 1,2 Prozent nach. Die Aktien des Autobauers dämmten ihre anfänglichen Verluste aber auch etwas ein in der Erwartung, dass sich die im vierten Quartal enttäuschende Marge im Automobilgeschäft 2026 wieder bessert. Den Ausblick für den freien Mittelzufluss bezeichnete JPMorgan-Experte Jose Asumendi als stark.

Hinten im Dax versammelten sich Finanzwerte, die europaweit stark unter Druck standen - wie schon länger im Iran-Krieg. Die Branche gilt als besonders abhängig davon, welchen Einfluss hohe Energiepreise auf die Konjunktur nehmen. Neben der Gefahr steigender Kreditrisiken geht das Schlagwort Stagflation um - also stagnierendes Wachstum bei gleichzeitiger Inflation. Titel der Deutschen Bank büßten am Donnerstag 5,4 Prozent ein.

In den hinteren Börsenreihen entwickelte sich K+S mit einem Kurssprung um 12 Prozent zum auffälligsten Wert. Die Aktien behielten damit unverändert ihre Attraktivität in Zeiten des Iran-Kriegs, weil beachtliche Kapazitäten am Kalimarkt aus Nahost stammen. Experten lobten die Jahresziele des Düngemittelkonzerns, die leicht über den Erwartungen lägen. Der Kurs erreicht ein Hoch seit September 2023./tih/stk

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