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Mon Sep 28 18:28:29 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat sich am Montag der Schwäche der US-Börsen nicht ganz entziehen können. Erst im späten Handel drehte der deutsche Leitindex ins Minus und schloss 0,13 Prozent tiefer mit 25.374,42 Punkten. Davor hatte er den wieder kräftig steigenden Ölpreisen und Anleiherenditen sowie neuen Negativ-Schlagzeilen aus der KI-Branche getrotzt.
Immerhin hielt einmal mehr die Unterstützung im Bereich der für den mittel- bis langfristigen Trend wichtigen 100-Tage-Linie. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank letztlich um 0,44 Prozent auf 30.895,59 Punkte.
"In der aktuell eher düsteren Gemengelage haben sich die Anleger in Frankfurt heute weiter an den Strohhalm der Diplomatie geklammert", kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. "Die Hoffnung stirbt zuletzt." Deren Fragilität lasse sich derzeit besonders gut an den Öl- und Goldpreisen ablesen, "die derzeit die Seismografen der Diplomatie im Nahen Osten sind".
Zeitgleich gerate das Thema KI als Marktstütze durch die Sorgen um den Hyperscaler Oracle und die Finanzierung der enormen Investitionen in KI-Rechenzentren sowie durch die Trainingspause von OpenAI ins Wanken, so der Experte weiter. Dies zwinge die Anleger dazu, "ihre bisherigen Annahmen über Wachstum und Monetarisierung im KI-Sektor neu zu kalkulieren".
Laut dem US-Nachrichtenportal "Axios", das sich auf zwei verschiedene Quellen beruft, wird bereits zu Wochenbeginn mit einer weiteren Runde indirekter Gespräche zwischen den USA und dem Iran gerechnet. Die Stimmung bleibt aber angesichts der verhärteten Fronten zwischen den beiden Kriegsparteien anfällig für schlechte Nachrichten aus Nahost. Die Ölpreise legten wieder zu, nachdem Trump einen iranischen Vorschlag zur Wiedereröffnung der für Erdöl-Lieferungen wichtigen Straße von Hormus als nicht annehmbar bezeichnet hatte.
Am deutschen Aktienmarkt standen erneut die Chemietitel Evonik und BASF im Fokus. Evonik zogen etwas an und schlossen 2,4 Prozent fester. Der "Financial Times" zufolge lehnt das Unternehmen die jüngste Übernahmeofferte des Ludwigshafener Branchenkollegen ab. Die BASF-Titel gingen 0,3 Prozent tiefer aus dem Handel.
Für die Aktien des Labordienstleisters und Pharmazulieferers Sartorius ging es um 2 Prozent hoch. Hier wies Experte Charlie Haywood von Bank of America in einem Ausblick auf die anstehenden Quartalszahlen darauf hin, dass der Analystenkonsens den Einfluss von Zollrückerstattungen wohl nicht sauber berücksichtigt habe. Auf bereinigter Basis glaubt er an ein solides Quartal.
Die Renk -Titel litten mit minus 2,4 Prozent unter einem Kommentar der US-Bank JPMorgan, der sich ebenfalls mit dem kommenden Zwischenbericht beschäftigte. Analyst David Perry rechnet damit, dass das operative Ergebnis des Spezialgetriebe-Herstellers für die Rüstungsindustrie im dritten Quartal "etwas enttäuschen" könnte.
Im Nebenwerte-Index SDax zogen Redcare Pharmacy und Südzucker die Blicke auf sich. Die Online-Apotheke hob dank des guten Geschäfts mit E-Rezepten und verschreibungspflichtigen Medikamenten ihren Umsatzausblick für 2026 erneut an. Die Aktie sprang daraufhin als Index-Spitzenreiter um 12,7 Prozent hoch.
Auch für das Papier des Zuckerherstellers war es zeitweise deutlich nach oben gegangen. Am Ende stand noch ein Plus von 3,1 Prozent zu Buche. Zwar waren die vorgelegten Quartalszahlen stark ausgefallen. Doch die nur am unteren Ende angehobene operative Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2026/27 halte mit dem Umsatz nicht Schritt, monierte ein Händler. Zudem habe es keine neuen Informationen zum Zucker-Segment gegeben - dieses aber sei weiterhin der entscheidende Faktor für die Geschäftsjahreszahlen 2027/28.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 trat am Montag fast auf der Stelle. In London und Zürich gab es ebenfalls wenig Bewegung. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial verlor zum europäischen Handelsende rund 0,7 Prozent, der technologielastige Nasdaq 100 fast doppelt so viel./gl/he
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
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