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Fri Jul 17 08:11:59 CEST 2026
LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Freitagmorgen zuletzt wieder etwas nachgegeben. In der nun sechsten Angriffsnacht am Persischen Golf in Folge haben die Notierungen zunächst zugelegt, im frühen europäischen Handel dann aber wieder die leichten Gewinne abgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete zuletzt 84,01 US-Dollar, das waren 0,26 Prozent weniger als am Vortag.
Das US-Militär bombardierte in der sechsten Angriffsnacht in Folge laut Medienberichten mehrere Brücken und einen Flughafen im Iran. Mit den Angriffen auf Brücken sollten Nachschubwege zu einem iranischen Marinestützpunkt an der Straße von Hormus unterbrochen werden, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf einen US-Beamten. Der Iran holte in Reaktion darauf erneut zu Vergeltungsschlägen gegen Ziele in den mit Washington verbündeten Golfstaaten Kuwait, Bahrain sowie Katar aus.
Rohöl ist damit auf den höchsten Stand seit rund einem Monat gestiegen und hat einen Einbruch von etwa dreißig Prozent im zweiten Quartal teilweise wettgemacht. Die jüngste Eskalation schürt erneut Sorgen um den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, dem Nadelöhr für rund ein Fünftel der weltweiten Ölströme.
Der Konflikt beeinträchtigt Marktbeobachtern zufolge inzwischen auch die Versorgung mit Produkten wie Diesel und Benzin, was die Gewinnspannen der US-Raffinerien auf Rekordstände getrieben hat. "Raffinierte Produkte stehen viel stärker unter Druck als Rohöl", sagte Simon Lack, Portfoliomanager beim Catalyst Energy Infrastructure Fund, der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Wir hatten nur diese kurze Phase der Entspannung, als Energie-Manager gewarnt haben, dass wir unsere Lagerbestände abbauen und es im System wirklich nicht mehr viel Puffer gibt."
Die Kraftstoffmärkte in den USA und Europa signalisierten laut Marktexperten eine rekordhohe Knappheit, was das Risiko höherer Kosten für bereits belastete Verbraucher erhöhe. Die Verengung fällt mit einem Einbruch der russischen Ausfuhren zusammen, nachdem die Ukraine Raffinerien in Russland angegriffen hatte und Moskau daraufhin den Export von Diesel untersagte./stk/mis
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