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Tue May 26 18:04:23 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag seiner jüngsten Kursrally Tribut gezollt. Angesichts der wieder angespannteren Lage im Iran-Krieg hielten sich die Gewinnmitnahmen aber in Grenzen. Allerdings "wachsen schon wieder die Zweifel, ob es tatsächlich zeitnah zu einer schnellen und reibungslosen Einigung zwischen den Kriegsparteien kommen kann", warnte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Und für die Experten von Index-Radar "bleibt der fundamentale Nährboden dieser Rally fragil".
Der Dax schloss 0,80 Prozent tiefer bei 25.184,89 Punkten. Am Pfingstmontag hatte der Leitindex dank der anhaltenden Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs wieder die 25.000-Punkte-Marke geknackt und war zeitweise bis auf 25.438 Punkte und damit nahe an das Rekordhoch vom Januar bei 25.507 Punkten geklettert. Für den MDax , der die mittelgroßen Börsenunternehmen enthält, ging es am Dienstag letztlich um 0,33 Prozent auf 32.698,65 Punkte bergab.
Belastung kam von den gestiegenen Ölpreisen, die am Dienstag einen Teil der jüngsten Verluste wieder wettmachten. US-Militärschläge gegen iranische Raketenstellungen und Boote trotz der Waffenruhe dämpften Hoffnungen auf ein Abkommen zum Ende des Iran-Kriegs sowie zur Öffnung der Straße von Hormus und sorgten für Preisauftrieb am Ölmarkt.
Beim Dax-Konzern Merck mussten die Anleger nach der jüngsten Erholung einen Rückgang von 1,3 Prozent auf 128,35 Euro verkraften. In der Einordnung des Bewertungsniveaus herrscht Unstimmigkeit zwischen Experten. Während James Vane-Tempest von der Investmentbank Jefferies die Aktien jetzt beim Kursziel von 129 Euro neu mit "Hold" einstuft, hält sie JPMorgan-Analyst-Richard Vosser immer noch für unterbewertet.
Für Wacker Chemie bedeutete ein Kursrückgang von 2,1 Prozent auf 98,55 Euro einen der hinteren MDax-Plätze. Die Schweizer Großbank UBS erhöhte zwar das Kursziel von 84 auf 104 Euro, stufte die zuletzt stark erholten Aktien aber von "Buy" auf "Neutral" ab. Der weitere Spielraum sei begrenzt, begründete Christian Bell seine Neubewertung. Die Berechenbarkeit des Timings und Ausmaßes einer weiteren Gewinnerholung sei schwierig und die Aktien seien vor diesem Hintergrund zunächst fair bewertet.
Dass Jefferies das Kursziel für Grand City Properties deutlich senkte und die bisherige Kaufempfehlung strich, brockte den Aktien des Immobilienunternehmens ein Minus von 1,8 Prozent ein. Branchenexperte Pierre-Emmanuel Clouard sieht bei einigen europäischen Immobilienwerten attraktive Einstiegschancen. Bei Grand City monierte er aber die geringe Aktienliquidität nach der Anteilsaufstockung durch Großaktionär Aroundtown sowie einen anhaltenden Ergebnisdruck./edh/jha/
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
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