Nachrichten Detail

Enthaltene Instrumente

ROUNDUP 3: Streit zwischen USA und Kanada schürt Sorge vor Handelskrieg

Sun Aug 23 16:56:02 CEST 2026

(aktualisierte Fassung)

WASHINGTON/OTTAWA (dpa-AFX) - Mit der Eskalation des Zollkonflikts zwischen den USA und Kanada wächst die Sorge vor einem Handelskrieg. Wirtschaftsverbände in beiden Ländern warnen vor schweren ökonomischen Folgen und dringen auf eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Aussagen der US-Regierung machen aber wenig Hoffnung auf eine rasche Lösung des Konflikts.

Neue Zölle könnten die Kosten für US-Unternehmen und Verbraucher erhöhen, wichtige Lieferketten stören und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern belasten, warnte Joshua Bolten, der Vorsitzende der US-Managervereinigung Business Roundtable, in der die Chefs von rund 200 großen Konzernen zusammengeschlossen sind. Beide Regierungen sollten an den Verhandlungstisch zurückkehren, und schädliche Zölle abschaffen, forderte er.

Ähnlich äußerte sich der Chef des kanadischen Industrieverbandes, Dennis Darby. "Unser Wunsch wäre, dass sie schnell wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Ich glaube aber nicht, dass das in absehbarer Zeit passieren wird," sagte Darby der Zeitung "Globe and Mail" am Samstag.

Darby ist auch Mitglied des Beratungsgremiums von Premierminister Mark Carney für die Wirtschaftsbeziehungen zu den USA. Besonders problematisch sei die anhaltende Ungewissheit für die Investitionsbereitschaft von Unternehmen, so Darby. Wenn das Hin und Her langfristig anhalte, könne dies das Vertrauen der Firmen in Investitionsentscheidungen untergraben. Die Lage sei bereits von Unsicherheit geprägt gewesen und könne nun "noch volatiler" werden, warnte er.

Verhandlungen gescheitert, Zölle in Kraft

Verhandler der beiden Nachbarstaaten hatten bis in die Nacht zum Samstag über eine Vereinbarung beraten, um die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle abzuwenden. Nach den geplatzten Verhandlungen traten noch in der Nacht Zölle in Höhe von 50 Prozent auf eine Reihe kanadischer Güter in Kraft. Betroffen sind kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar - also etwa fünf Prozent der Einfuhren insgesamt -, darunter etwa Hockeyschläger, Möbel, Honig und Wein.

"Wir sind Herr im eigenen Haus," sagte Kanadas Premierminister Mark Carney am Samstag und kündigte Gegenmaßnahmen an, die im September greifen sollen. Auf die Frage eines Journalisten, warum man den Eindruck eines Handelskrieges habe, sagte Carney: "Wenn du angegriffen wirst, befindest du dich im Krieg - wir wurden angegriffen."

Trump legt verbal nach

"Kanada will die Vorteile eines Bundesstaates, ohne einer zu sein!!!" schrieb der US-Präsident auf der Plattform Truth Social am Sonntag, in seinen ersten öffentlichen Äußerungen seit dem Scheitern der Verhandlungen. "Außerdem haben sie unsere großartigen Landwirte über viele Jahre mit massiven Zöllen belastet. Damit ist jetzt Schluss!!!"

"Kostspielige und schädliche Spirale"

"Sollte Ottawa die Zölle nachziehen und Trump darauf mit einer Eskalation reagieren, würden beide Seiten in eine kostspielige und schädliche Spirale aus Vergeltungsmaßnahmen geraten", schrieb der Leiter des Center for a New American Security, Richard Fontaine, auf der Plattform X. Die beiden Länder befänden sich bereits jetzt in einem Handelskrieg.

Fontaine schrieb weiter, die kanadische Regierung habe mit Blick auf US-Präsident Donald Trumps bisherigen Kurs für sich die Lehre gezogen, mit einer konfrontativeren Haltung besser zu fahren. "Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass ein Nachgeben gegenüber der Trump-Regierung nur weitere Forderungen nach sich ziehen würde", so Fontaine. Europa zog er dafür als Negativbeispiel heran.

Kritik an Trump

Doug Ford , der Regierungschef von Kanadas wirtschaftlich stärkster Provinz Ontario, begrüßte, dass Carney sich nicht auf die "schlechte Vereinbarung" mit den USA eingelassen habe. Führende Vertreter aus der Industrie hätten das Angebot der USA abgelehnt, sagte Ford dem Sender CBC. "Präsident Trump ist die Art von Mensch, der dir am ersten Tag dein Pausengeld klauen wird, am zweiten Tag klaut er dir die Mütze vom Kopf, und am dritten Tag klaut er deine Laufschuhe."

Danielle Smith, Regierungschefin der Provinz Alberta, unterstützte den Rückzug aus den Verhandlungen, äußerte sich aber zurückhaltend zu Carneys Plänen für Gegenzölle auf US-Waren. Im kanadischen Sender CBC sagte sie, sie hoffe, dass beide Seiten an den Verhandlungstisch zurückkehrten.

Kritik am Trump kam auch von der Gouverneurin des an Kanada grenzenden US-Bundesstaates New York, Kathy Hochul. Auf der Plattform X bezeichnete Hochul den Zollstreit als unnötig und warnte vor steigenden Preisen für US-Verbraucher.

Politische Konsequenzen?

Die Folgen eines Handelskrieges könnten sich auch auf die im November anstehenden Zwischenwahlen in den USA auswirken. Am 3. November wird bei den "Midterms" etwa ein Drittel des Senats und das komplette Repräsentantenhaus neu gewählt. Die US-Bevölkerung hadert seit langem mit höheren Preisen wegen der Energiekrise, die durch Trumps Krieg gegen den Iran und die verzwickte Lage in der Straße von Hormus ausgelöst wurde. Weitere Preisanstiege aufgrund eines Handelskrieges mit Kanada könnten Trumps Republikaner unter Druck setzen./nak/DP/he

Wertentwicklungen (Performances) und Renditechancen werden ohne Berücksichtigung der jeweiligen Produkt-, Dienstleistungskosten und Zuwendungen angezeigt. Diese und deren Auswirkungen auf die Performance und Renditechance des Instruments erhalten Sie kundenindividuell vor Ihrer Transaktion oder im Rahmen Ihrer Beratung bei der HypoVereinsbank.

Alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen auf dieser Seite stellen weder eine Anlageberatung, noch ein verbindliches Angebot dar und dienen ausschließlich der eigenverantwortlichen Information. Insbesondere können sie eine Aufklärung und Beratung durch den Betreuer nicht ersetzen. Die Instrumente sind nur in Grundzügen dargestellt. Ausführliche Informationen enthalten bei Fonds die allein verbindlichen Verkaufsprospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte, bei anderen Instrumenten die allein verbindlichen Basisprospekte einschließlich etwaiger Nachträge bzw. die Endgültigen Bedingungen und bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen zusätzlich die Basisinformationsblätter. Diese deutschsprachigen Dokumente erhalten Sie bei Fonds in elektronischer Form auf der Detailseite zum Fonds und/oder in Papierform kostenlos über alle HypoVereinsbank Filialen. Bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen erhalten Sie die deutschsprachigen Basisinformationsblätter in elektronischer und/oder in Papierform kostenlos bei Ihrem Ansprechpartner der HypoVereinsbank. Alle anderen Dokumente können Sie direkt beim Emittenten (Herausgeber) anfordern. Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente unterliegen u.a. Kurs- und Währungsschwankungen, die die Rendite steigern oder reduzieren können. Es kann grundsätzlich zum Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Alle Wertpapiere außer Fonds unterliegen dem Emittentenrisiko und strukturierte Produkte zusätzlich dem Risiko des Basiswertes. Bei Optionsscheinen, Knock out Produkten und Faktorzertifikaten sind starke Kursschwankungen üblich und es besteht ein Totalverlustrisiko.

Die Informationen auf dieser Seite stellen auch keine Finanzanalyse dar. Eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Unvoreingenommenheit wird daher nicht gewährleistet. Es gibt auch kein Verbot des Handels - wie es vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt. Diese Information richtet sich nicht an natürliche oder juristische Personen, die aufgrund ihres Wohn- bzw. Geschäftssitzes einer ausländischen Rechtsordnung unterliegen, die für die Verbreitung derartiger Informationen Beschränkungen vorsieht. Insbesondere enthält diese Information weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren an Staatsbürger der USA, Großbritanniens oder der Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, in denen die Voraussetzungen für ein derartiges Angebot nicht erfüllt sind.

Factset   Mountain-View
© 2012-2020. UniCredit Bank GmbH (HVB). Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.
Design and Implementation by ByteWorx GmbH.
Powered by FactSet Digital Solutions GmbH.
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet Digital Solutions GmbH.
Fondsdaten bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH.

Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
Langfristige Wertentwicklungen und Kursschwankungen insbes. zu Finanzinstrumenten, bzw. zu Finanzindizes entnehmen Sie bitte der jeweiligen Detailseite. Bitte beachten Sie: Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für eine künftige Wertentwicklung (Performance) und Renditechance. Die Rendite kann in Folge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.