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Sun Jun 28 17:55:54 CEST 2026
(Aktualisierung: Ereignisse vom Wochenende)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einer mauen Woche dürfte der Dax auch in den kommenden Tagen keine großen Sprünge machen. Momentan fehle es anscheinend an Kurssteigerungsfantasie", heißt es im Wochenausblick der DZ Bank. Dazu komme die saisonale Sommerschwäche, und auch von den überhitzten US-Börsen "sind kurzfristig keine Impulse zu erwarten".
Chef-Marktanalyst Andreas Lipkow von CMC Markets ist ebenfalls vorsichtig: "Jede negative Nachricht wird derzeit zum Anlass für Gewinnmitnahmen genutzt, und das ist ein Zeichen, dass der Aktienmarkt vor einer Konsolidierung stehen könnte", kommentierte er die jüngste Schwäche.
Eine erste Gelegenheit dazu bekamen die Anleger bereits am Wochenende. Knapp zwei Wochen nach Unterzeichnung eines Rahmenabkommens eskalierte der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran erneut. US-Streitkräfte griffen als Reaktion auf eine Attacke auf ein Frachtschiff iranische Ziele an. Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) attackierten Ziele in den mit den Vereinigten Staaten verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain. Im Südlibanon beschoss Israel Kämpfer der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz.
Für das zu Ende gehende erste Halbjahr 2026 steht beim deutschen Leitindex ein minimales Plus zu Buche. Vom Mitte Januar erreichten Rekordhoch von 25.507 Punkten hat sich der deutsche Leitindex schon ein gutes Stück weit entfernt.
Dagegen haben die US-Indizes auch nach Beginn des Nahost-Kriegs Ende Februar reihenweise Bestmarken aufgestellt und im bisherigen Jahresverlauf deutlich besser abgeschnitten. Insbesondere die Technologiebörse Nasdaq blickt dank des Hypes um Künstliche Intelligenz (KI) auf eine starke Entwicklung zurück. Noch deutlicher gilt das für die technologielastigen Leitindizes in Südkorea und Japan.
Den übergeordneten Aufwärtstrend des Dax halten die DZ-Experten trotz ihrer kurzfristigen Skepsis und der Erwartung weiterer Schwankungen für intakt. Sie trauen dem Börsenbarometer bis Ende Dezember einen Kursanstieg von zehn Prozent zu.
Die Landesbank Helaba hält hingegen an ihrer Prognose von 25.000 Punkten fest, was einem Jahresplus von zwei Prozent entspräche. Mit Blick auf den stark gelaufenen Halbleitersektor sehen sie die zwischenzeitlichen Korrekturen der Aktienkurse als Warnsignal, das sie in ihrer Zurückhaltung hinsichtlich der Ertragsperspektiven für die kommenden Quartale bestätigt.
Die Konjunktur-Agenda hält einige potenziell marktbewegende Nachrichten parat. Am meisten Beachtung dürfte der monatliche US-Arbeitsmarktbericht wegen seiner großen Bedeutung für die amerikanische Geldpolitik finden. Er wird üblicherweise am ersten Freitag des Folgemonats veröffentlicht. Doch da der Nationalfeiertag am 4. Juli diesmal auf den Samstag fällt, wird er bereits am Freitag davor begangen, weshalb die US-Börsen dann geschlossen bleiben. Daher zieht die US-Regierung die Veröffentlichung des Berichts auf Donnerstag vor.
Weltweit stehen ab Dienstag einige Einkaufsmanagerindizes an, die Aufschluss über die Erwartungen der Unternehmen geben sollten. Am Mittwoch treten zudem restriktivere Regeln der EU für Stahlimporte in Kraft, die vor allem gegen die chinesische Billig-Konkurrenz gerichtet sind.
Wichtige Unternehmensnachrichten sind in Deutschland kaum in Sicht. Die Quartalszahlen, die der US-Sportwarenriese Nike am Dienstag nach Börsenschluss in New York vorlegt, könnten am Folgetag auch die Aktienkurse der deutschen Konkurrenten Adidas und Puma bewegen./gl/jsl/zb/he
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---
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