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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax-Rally endet am Rekordhoch - US-Turbulenzen

Thu Nov 05 18:05:14 CET 2026

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einem zwischenzeitlich erreichten Rekordhoch des Dax sind die Anleger am Donnerstag doch wieder etwas skeptischer geworden. Der deutsche Leitindex schraubte seine Bestmarke erst bis auf knapp 26.693 Punkte nach oben, doch wegen aufkommender Turbulenzen an den US-Börsen gingen die Anleger nach dem Wahlerfolg der Demokraten auch in Frankfurt lieber in die Defensive.

Gebremst von weiter abrutschenden KI-Werten und den Rheinmetall-Aktien , die ihren Anlegern nach Zahlenvorlage einen rabenschwarzen Tag bescherten, ging der Dax 0,43 Prozent tiefer bei 26.325,01 Zählern aus dem Handel. Der MDax schloss 0,92 Prozent niedriger bei 30.891,56 Zählern.

Nachdem die Zwischenwahlen dem US-Präsidenten Donald Trump eine herbe Schlappe einbrachten, hatte sich die Verkaufswelle bei KI-Werten am Donnerstag in New York massiv beschleunigt. Anders als am Vortag erfasste sie nun die ganze Nasdaq-Börse und auch den US-Leitindex Dow Jones Industrial .

"Auf die Wahleuphorie folgt die Ernüchterung", sagte dazu der Experte Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG. Im Mittelpunkt stünden die Sorgen um die Zukunft des KI-Booms, da Anleger befürchteten, dass nach dem Wahlsieg der Demokraten strengere Auflagen den Ausbau von Rechenzentren bremsen und Projekte verzögern könnten.

Laut den Experten von Index-Radar hatte der Dax zuletzt seine relative Stärke im Vergleich zu den US-Indizes weiter ausgebaut, weshalb der Dow als US-Konterpart zu einer Bestmarke auf Abstand geblieben sei. Die Experten halten die Situation in New York aber zunehmend für eine "Übertreibung auf der Unterseite" und betonten daher am Donnerstag den Bedarf, ein konsequentes Risikomanagement zu betreiben.

"Besonders KI-Aktien stehen unter Druck, während Kapital verstärkt in defensivere Marktsegmente fließt", sagten die Index-Radar-Experten weiter. Dies führte im Dax dazu, dass die Aktien von Infineon ihren jüngsten Kursrutsch mit einem 8,5 Prozent großen Abschlag fortsetzten. Dem schlossen sich viele Chip-Zulieferfirmen aus MDax und SDax an, aber mit Siemens Energy und Hochtief litten auch andere deutsche Dax-Werte mit ehemals eingepreister KI-Fantasie.

Für die größte Belastung im Dax sorgte aber Rheinmetall. Nachdem der Rüstungskonzern am Vorabend nach Börsenschluss erneut die Prognose senken musste, brach der Aktienkurs um 16 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Februar 2025 ein. Die Strategie der Düsseldorfer sei nicht falsch, die bisherigen Ziele seien aber wohl unrealistisch, schrieb JPMorgan-Experte David Perry. Im Rüstungssektor gerieten nach Quartalszahlen auch die Aktien von Renk unter Druck.

Aus dem Dax berichteten viele weitere Unternehmen von ihren vergangenen Quartalen. Größere Verluste von 2,8 Prozent erlitten die Titel der Commerzbank . Das Bankhaus habe zwar starke Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt, schrieb der DZ-Bank-Analyst Philipp Häßler. Negativ überrascht zeigte er sich aber von Aussagen zur Entwicklung des Zinsüberschusses. Er stufte die Aktien auf "Halten" mit der Begründung fehlender kurzfristiger Kurstreiber ab.

Die Aktionäre der Deutschen Telekom mussten einen Abschlag von 2,1 Prozent einstecken. Die Zahlen seien eigentlich stark gewesen, sagte ein Händler. Er verwies allerdings auch auf wieder aufkommende Sorgen bezüglich einer kompletten Fusion mit T-Mobile US , da die Dividende nur um zehn Prozent steigen solle. Am Markt werde mit einer stärkeren Anhebung gerechnet.

Die Anteile des Chemiekonzerns Lanxess sprangen im MDax zeitweise um 20 Prozent hoch, reduzierten ihr Plus aber zu Handelsschluss auf sechs Prozent. Die Resultate und der präzisierte Ausblick galten unter Börsianern eigentlich als wenig aufregendes Ereignis. Am Markt war die Rede von Eindeckungen durch Leerverkäufer, die auf fallende Kurse gesetzt hätten.

Unter den weiteren Nebenwerten im MDax und SDax konnte Bechtle mit erneut angehobenen Jahreszielen punkten. Beim Kochboxenversender Hellofresh stand ein Kurssprung um 11,5 Prozent zu Buche, obwohl die Geschäfte auch im dritten Quartal schlecht liefen. Weil Hellofresh seine Marketingkosten weiter reduziert, fiel der operative Gewinn aber höher aus als gedacht.

Der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 schloss 0,55 Prozent tiefer bei 6.231,54 Punkten. Außerhalb der Eurozone rutschten der Züricher SMI und der Londoner FTSE 100 ebenfalls ins Minus. In New York fiel der Dow Jones Industrial zuletzt um 2,4 Prozent, während der Nasdaq 100 4,5 Prozent verlor./tih/he

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