Nachrichten Detail

Enthaltene Instrumente

ROUNDUP 2: Delivery Hero lässt sich von Uber schlucken - Aktie dreht ins Plus

Thu Jul 16 13:20:56 CEST 2026

(neu: Aktie jetzt im Plus, Einordnung der Kursreaktion, erwarteter Zeitraum für den Vollzug, Hintergrund zu Branchengrößen)

BERLIN/SAN FRANCISCO (dpa-AFX) - Der deutsche Lieferdienst-Konzern Delivery Hero schlüpft nach jahrelangen Verlusten unter das Dach des US-Konzerns Uber . Der Fahrdienstvermittler und Lieferdienst aus den Vereinigten Staaten hat sich einen Großteil der Delivery-Hero-Anteile gesichert und will sich in einem Milliardendeal auch den Rest einverleiben. Die Führung des Berliner Konzerns zieht dabei mit und wirbt bei Aktionären und Beschäftigten für den Zusammenschluss. Zugleich will Delivery Hero sein Geschäft in 14 Ländern an einen Finanzinvestor abstoßen.

An der Börse wurden die Neuigkeiten zunächst mit leichten Kursverlusten quittiert. Später drehte der Kurs in die Gewinnzone, und um die Mittagszeit lag er mit 1,2 Prozent im Plus bei 38,65 Euro. Damit blieb er jedoch noch klar unter dem Preis von 41,50 Euro, den Uber für jedes Papier bietet.

Das könnte daran liegen, dass sich der Vollzug des Deals auch wegen Kartellfragen noch etwas hinziehen dürfte. Branchenexperte Giles Thorne vom Investmenthaus Jefferies sieht indes kaum Chancen, dass ein weiterer Bieter auftaucht, der den Preis nach oben treiben könnte. Er glaubt auch nicht, dass die Aktionäre einen höheren Übernahmepreis durchsetzen können. Dennoch beließ er sein Kursziel für die Aktie von Delivery Hero bei 42,50 Euro und damit einen Euro über dem aktuellen Gebot.

Ubers Offerte bewertet Delivery Hero insgesamt mit knapp 13 Milliarden Euro. Dabei wurde die Aktie des Lieferdienst-Konzerns mit Kursen von an die 40 Euro zuletzt rund doppelt so teuer gehandelt wie noch vor wenigen Monaten.

Mitte April hatte das Papier noch weniger als 20 Euro gekostet. Als dann bekannt wurde, dass Uber seinen Anteil aufgestockt hat, trieb dies den Kurs deutlich nach oben. Mit dem jetzigen Gebot von 41,50 Euro greift Uber zudem deutlich tiefer in die Tasche als zunächst geplant: Noch im Mai war von 33 Euro je Aktie die Rede gewesen.

Zuletzt hielt Uber bereits knapp 25 Prozent an dem Berliner Konzern, hinzu kamen Finanzinstrumente über knapp 12 Prozent. Zudem gibt der Delivery-Hero-Großaktionär Prosus seinen Anteil von knapp 17 Prozent an Uber ab. Dazu hatte sich die niederländische Beteiligungsgesellschaft im Zuge des Kaufs des Konkurrenten Just Eat Takeaway (Lieferando) bereit erklärt. Den Vollzug der Übernahme erwarten Uber und Delivery Hero für die zweite Jahreshälfte 2027.

Delivery Hero hat seinen Sitz in Berlin, hat sein Deutschland-Geschäft aber vor einigen Jahren verkauft und ist hierzulande nicht mehr als Lieferdienst aktiv. Wegen seiner starken Präsenz in Asien, Südeuropa, der arabischen Halbinsel und Afrika zählt das Unternehmen jedoch zu den größten Essenslieferdiensten der Welt. Uber betreibt mit Uber Eats selbst einen Essenslieferdienst - auch in vielen Städten Deutschlands.

Uber verpflichtet sich im Zuge des Kaufs dazu, den Hauptsitz von Delivery Hero in Berlin beizubehalten und bis mindestens 2029 keine Änderungen an der Belegschaft in der Bundeshauptstadt vorzunehmen.

Unterdessen will sich Delivery Hero von seinem Geschäft in 14 Ländern trennen, in denen Delivery Hero bisher mit dem Lieferdienst Uber Eats konkurriert. Betroffen sind Österreich, Chile, Zypern, die Tschechische Republik, Ecuador, Griechenland, Moldau, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Schweden und die Türkei.

Käufer ist den Angaben zufolge die Beteiligungsgesellschaft SSW Partners aus New York. Sie bezahle dafür 1,4 Milliarden Euro. Voraussetzung ist, dass die Übernahme von Delivery Hero durch Uber gelingt. Jefferies-Experte Thorne wertet den Schritt positiv, denn dadurch dürften Uber und Delivery Hero kartellrechtlichen Bedenken zuvorkommen.

Delivery Heros Aufsichtsratschefin Kristin Skogen Lund räumte ein, dass der Berliner Konzern in seinem Geschäft zu kämpfen hatte. "Das Liefergeschäft ist hochkompetitiv und in hohem Maße von Skaleneffekten abhängig", sagte sie. "Der Zusammenschluss mit einem starken Partner ist jetzt der richtige Schritt, um die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und Fähigkeit zur Wertschöpfung für alle Stakeholder von Delivery Hero bestmöglich zu sichern."

Delivery Hero hat jahrelang unter dem Strich fast durchweg rote Zahlen geschrieben. Einen Überschuss fuhr der Konzern nur im Jahr 2019 ein. Da hatte er sein Deutschlandgeschäft mit den Marken Foodora, Lieferheld und Pizza.de an den Rivalen Takeaway.com (heute Just Eat Takeaway) verkauft und damit einen hohen Sondergewinn eingestrichen. Just Eat Takeaway ist hierzulande vor allem mit der Marke Lieferando vertreten und konkurriert hier auch mit Uber Eats.

Uber-Chef Dara Khosrowshahi und Delivery-Hero-Chef und -Mitgründer Niklas Östberg warben nun für den Zusammenschluss mit Uber: "Durch die Zusammenführung unserer Plattformen bringen wir erschwingliche, zuverlässige Lieferdienste zu Millionen weiterer Menschen in einigen der dynamischsten Volkswirtschaften der Welt", sagte Khosrowshahi. Östberg dankte seinen Beschäftigten dafür, "dass sie dieses Unternehmen über 15 Jahre hinweg aufgebaut haben"./stw/bvi/stk

Wertentwicklungen (Performances) und Renditechancen werden ohne Berücksichtigung der jeweiligen Produkt-, Dienstleistungskosten und Zuwendungen angezeigt. Diese und deren Auswirkungen auf die Performance und Renditechance des Instruments erhalten Sie kundenindividuell vor Ihrer Transaktion oder im Rahmen Ihrer Beratung bei der HypoVereinsbank.

Alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen auf dieser Seite stellen weder eine Anlageberatung, noch ein verbindliches Angebot dar und dienen ausschließlich der eigenverantwortlichen Information. Insbesondere können sie eine Aufklärung und Beratung durch den Betreuer nicht ersetzen. Die Instrumente sind nur in Grundzügen dargestellt. Ausführliche Informationen enthalten bei Fonds die allein verbindlichen Verkaufsprospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte, bei anderen Instrumenten die allein verbindlichen Basisprospekte einschließlich etwaiger Nachträge bzw. die Endgültigen Bedingungen und bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen zusätzlich die Basisinformationsblätter. Diese deutschsprachigen Dokumente erhalten Sie bei Fonds in elektronischer Form auf der Detailseite zum Fonds und/oder in Papierform kostenlos über alle HypoVereinsbank Filialen. Bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen erhalten Sie die deutschsprachigen Basisinformationsblätter in elektronischer und/oder in Papierform kostenlos bei Ihrem Ansprechpartner der HypoVereinsbank. Alle anderen Dokumente können Sie direkt beim Emittenten (Herausgeber) anfordern. Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente unterliegen u.a. Kurs- und Währungsschwankungen, die die Rendite steigern oder reduzieren können. Es kann grundsätzlich zum Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Alle Wertpapiere außer Fonds unterliegen dem Emittentenrisiko und strukturierte Produkte zusätzlich dem Risiko des Basiswertes. Bei Optionsscheinen, Knock out Produkten und Faktorzertifikaten sind starke Kursschwankungen üblich und es besteht ein Totalverlustrisiko.

Die Informationen auf dieser Seite stellen auch keine Finanzanalyse dar. Eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Unvoreingenommenheit wird daher nicht gewährleistet. Es gibt auch kein Verbot des Handels - wie es vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt. Diese Information richtet sich nicht an natürliche oder juristische Personen, die aufgrund ihres Wohn- bzw. Geschäftssitzes einer ausländischen Rechtsordnung unterliegen, die für die Verbreitung derartiger Informationen Beschränkungen vorsieht. Insbesondere enthält diese Information weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren an Staatsbürger der USA, Großbritanniens oder der Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, in denen die Voraussetzungen für ein derartiges Angebot nicht erfüllt sind.

Factset   Mountain-View
© 2012-2020. UniCredit Bank GmbH (HVB). Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.
Design and Implementation by ByteWorx GmbH.
Powered by FactSet Digital Solutions GmbH.
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet Digital Solutions GmbH.
Fondsdaten bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH.

Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
Langfristige Wertentwicklungen und Kursschwankungen insbes. zu Finanzinstrumenten, bzw. zu Finanzindizes entnehmen Sie bitte der jeweiligen Detailseite. Bitte beachten Sie: Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für eine künftige Wertentwicklung (Performance) und Renditechance. Die Rendite kann in Folge von Währungsschwankungen steigen oder fallen.