Nachrichten Detail
Thu Oct 29 12:50:08 CET 2026
(Neu: mehr Details und Expertenstimmen)
FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Ein vorsichtigerer Geschäftsausblick hat die Aktionäre der Vonovia am Donnerstag verschreckt. Der Aktienkurs fiel auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt. Die Papiere von Deutschlands größtem Wohnimmobilienkonzern waren im frühen Handel am Donnerstag bis auf 15,26 Euro abgesackt und hatten damit den tiefsten Stand seit März 2014 erreicht.
Am Mittag stand bei den Anteilscheinen von Vonovia noch ein Minus von 3,3 Prozent zu Buche. Damit waren sie das klare Schlusslicht im festen deutschen Leitindex Dax .
Der wegen hoher Zinsen träge Immobilienmarkt stimmt Vonovia unter anderem mit Blick auf den Gewinn vorsichtiger. Denn die hohen Zinsen verteuern die Refinanzierung, lassen die Marktbewertungen der Immobilien sinken, schwächen das Neubaugeschäft und erhöhen nicht zuletzt den Konkurrenzdruck durch zinstragende Wertpapiere wie Anleihen.
Auch dürfte sich 2026 das Mietwachstum aus eigener Kraft wohl etwas schwächer entwickeln als bisher gedacht. Damit muss Vonovia mitten in der Debatte um eine Vergesellschaftung von Wohnungen großer Konzerne in Berlin tendenziell kleinere Brötchen backen.
Analyst Pierre-Emmanuel Clouard vom Investmenthaus Jefferies sprach von einem Reset der Wachstumsambitionen. Das gelte vor allem für die mittelfristigen Geschäftsaussichten.
Experte Neil Green von der US-Bank JPMorgan betonte, Vonovia habe wie befürchtet wegen höherer Finanzierungskosten und eines schwächeren Transaktionsgeschäfts seine Ziele für eine Reihe von Finanzkennziffern gesenkt. Dennoch - und obwohl die Aktien schon günstig seien - sei schwer vorstellbar, dass die Anleger nun zugriffen. Es stehe die Frage im Raum, ob zum Schuldenabbau die Dividende gekürzt oder gestrichen werde.
Auch ein Händler äußerte sich skeptisch. Die Zahlen der Immobiliengruppe seien zwar "kein Desaster, sie hälfen aber auch nicht." Das Mietwachstum sei begrenzt und die Refinanzierungskosten hoch. Das schmälere das Potenzial für Transaktionen am Wohnungsmarkt und begrenze die wiederkehrenden Umsätze.
Oddo BHF stufte die Aktien von Vonovia auf "Neutral" ab. Insofern rechnet die Investmentbank nun auf Sicht von zwölf Monaten damit, dass sich die Papiere nicht mehr besser, sondern nur noch ähnlich wie der von ihr angesetzte Vergleichsindex entwickeln. Analyst Florent Laroche-Joubert verwies dabei nicht nur auf die geringeren Wachstumsambitionen des Immobilienkonzerns, sondern auch auf die anhaltende Unsicherheit um eine mögliche Vergesellschaftung eines Großteils des Berliner Portfolios.
Hintergrund sind entsprechende Pläne der Parteien Die Linke, Bündnis90/Die Grünen und SPD für den Fall einer gemeinsamen Regierung in der Stadt Berlin. In dem am 17. Oktober vorgestellten Sondierungspapier dieser drei Parteien finden sich etliche Punkte, auf die die Linke großen Wert legte. Wichtigster Punkt ist das Vorhaben, rund 160.000 Wohnungen großer Konzerne zu vergesellschaften, also in Gemeineigentum zu überführen. Dies war eine zentrale Forderung der Linken im Wahlkampf, die sie nun durchsetzen konnte - auch wenn die Vergesellschaftung erst bei Unternehmen ab 10.000 Wohnungen in ihrem Bestand greifen soll statt wie von der Linken angedacht ab 3.000 Wohnungen.
Die gesamte Vergesellschaftungsdiskussion belaste die Stimmung für die Aktien von Vonovia zusätzlich, schrieb Analyst Karsten Oblinger von der DZ Bank und fuhr fort: "Es ist aus unserer Sicht aktuell nicht prognostizierbar, wie das Ganze enden wird mit Blick auf die 'Enteignung' grundsätzlich (wird der Bund ein Gesetz verabschieden, das die Länderbefugnisse limitieren wird?) und die mögliche Entschädigungssumme (deutlicher Abschlag gegenüber den Buchwerten oder nicht?)." Es werde hier keine schnellen Antworten geben und im Falle des Enteignungsszenarios auf einen jahrelangen Rechtsstreit hinauslaufen./la/mis
-----------------------
dpa-AFX Broker - die Trader News von dpa-AFX
-----------------------
Wertentwicklungen (Performances) und Renditechancen werden ohne Berücksichtigung der jeweiligen Produkt-, Dienstleistungskosten und Zuwendungen angezeigt. Diese und deren Auswirkungen auf die Performance und Renditechance des Instruments erhalten Sie kundenindividuell vor Ihrer Transaktion oder im Rahmen Ihrer Beratung bei der HypoVereinsbank.
Alle Angaben ohne Gewähr. Die Informationen auf dieser Seite stellen weder eine Anlageberatung, noch ein verbindliches Angebot dar und dienen ausschließlich der eigenverantwortlichen Information. Insbesondere können sie eine Aufklärung und Beratung durch den Betreuer nicht ersetzen. Die Instrumente sind nur in Grundzügen dargestellt. Ausführliche Informationen enthalten bei Fonds die allein verbindlichen Verkaufsprospekte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen, die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte, bei anderen Instrumenten die allein verbindlichen Basisprospekte einschließlich etwaiger Nachträge bzw. die Endgültigen Bedingungen und bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen zusätzlich die Basisinformationsblätter. Diese deutschsprachigen Dokumente erhalten Sie bei Fonds in elektronischer Form auf der Detailseite zum Fonds und/oder in Papierform kostenlos über alle HypoVereinsbank Filialen. Bei Finanzinstrumenten, die der PRIIP-Verordnung unterliegen erhalten Sie die deutschsprachigen Basisinformationsblätter in elektronischer und/oder in Papierform kostenlos bei Ihrem Ansprechpartner der HypoVereinsbank. Alle anderen Dokumente können Sie direkt beim Emittenten (Herausgeber) anfordern. Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente unterliegen u.a. Kurs- und Währungsschwankungen, die die Rendite steigern oder reduzieren können. Es kann grundsätzlich zum Verlust des eingesetzten Kapitals kommen. Alle Wertpapiere außer Fonds unterliegen dem Emittentenrisiko und strukturierte Produkte zusätzlich dem Risiko des Basiswertes. Bei Optionsscheinen, Knock out Produkten und Faktorzertifikaten sind starke Kursschwankungen üblich und es besteht ein Totalverlustrisiko.
Die Informationen auf dieser Seite stellen auch keine Finanzanalyse dar. Eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Unvoreingenommenheit wird daher nicht gewährleistet. Es gibt auch kein Verbot des Handels - wie es vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt. Diese Information richtet sich nicht an natürliche oder juristische Personen, die aufgrund ihres Wohn- bzw. Geschäftssitzes einer ausländischen Rechtsordnung unterliegen, die für die Verbreitung derartiger Informationen Beschränkungen vorsieht. Insbesondere enthält diese Information weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren an Staatsbürger der USA, Großbritanniens oder der Länder im Europäischen Wirtschaftsraum, in denen die Voraussetzungen für ein derartiges Angebot nicht erfüllt sind.

© 2012-2020. UniCredit Bank GmbH (HVB). Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen.
Design and Implementation by ByteWorx GmbH.
Powered by FactSet Digital Solutions GmbH.
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet Digital Solutions GmbH.
Fondsdaten bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH.
Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!
