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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax schüttelt Zins- und KI-Sorgen ab

Fri Oct 16 17:57:32 CEST 2026

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Zins- und KI-Sorgen haben am deutschen Aktienmarkt vor dem Wochenende spürbar nachgelassen. Der Dax stieg am Freitag um 0,95 Prozent auf 25.622,61 Punkte. Damit baute er sein Wochenplus auf gut zwei Prozent aus. Außerdem ließ der deutsche Leitindex die 100-Tage-Linie als Indikator für den mittel- bis langfristigen Trend hinter sich, die an den Vortagen noch eine zu hohe Hürde war. Der MDax mit den mittelgroßen Börsenkonzernen gewann am Freitag 1,46 Prozent auf 30.656,65 Punkte.

Im Wochenverlauf hatte eine überraschend hohe Inflation in den USA Bedenken genährt, dass die US-Notenbank Fed den Leitzins bereits im Oktober ein weiteres Mal anheben und somit Finanzierungen verteuern könnte. Hinzu kamen Ängste mancher Anleger, dass sich die milliardenschweren Investitionen der KI-Konzerne womöglich nicht auszahlen könnten.

Dass sich der Chef der US-Notenbank Fed, Kevin Warsh, nun in einer Rede aber nicht spezifisch zur Geldpolitik äußerte, ließ die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung noch im Oktober aus Marktsicht wieder deutlich sinken. Zum Thema Künstliche Intelligenz sagte er, dass Investitionen in diesen Bereich die US-Wirtschaft stark unterstützten. "Kevin Warsh gibt den Börsen den Optimismus zurück", schrieb Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Ob aus dem rhetorischen Rückenwind durch Warsh "ein tragfähiges Grundgerüst für eine Jahresendrallye entsteht, bleibt fraglich", gab Marktanalyst Timo Emden vom Broker Captrader zu bedenken. "Die aktuelle Schaukelbörse unterstreicht nach wie vor die undurchsichtige Gemengelage. Zwischen Zinsfragen, KI-Zweifeln und Krisenherden fehlt den Anlegern weiterhin der entscheidende rote Faden."

Für Sören Hettler von der DZ Bank ist die jüngste Korrektur bei Halbleiter- und einigen KI-Aktien gleichwohl lediglich eine selektive Neubewertung durch Investoren. Eine breite Abkehr vom KI-Thema sieht er nicht. "Unter Druck stehen vor allem hoch bewertete und stark fremdfinanzierte Teile des KI-Ökosystems. Unternehmen mit hoher Profitabilität, auch aus anderen Geschäftsbereichen, und starken Cashflows sind dagegen deutlich weniger anfällig für steigende Finanzierungskosten." Der nächste Härtetest sei nun die laufende Berichtssaison zum dritten Quartal.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg am Freitag um 0,58 Prozent auf 6.204,23 Punkte. Außerhalb des Euroraums legten der Schweizer SMI und der britische FTSE 100 ebenfalls moderat zu. An der Wall Street stieg der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um gut 0,2 Prozent. Der technologielastige Nasdaq 100 brach um rund 1,3 Prozent ein.

Am deutschen Aktienmarkt setzte sich der Erholungsversuch der Rüstungsaktien fort. Rheinmetall legte als Spitzenreiter im Dax um 6,3 Prozent zu. Im MDax gewannen TKMS , Renk und Hensoldt zwischen 4,4 und 6,0 Prozent. Die Papiere des Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB schafften es im Kleinwerte-Index SDax mit 13 Prozent ins Plus.

Auch der Autosektor zeigte sich erholt. Im Dax belegten Volkswagen , Mercedes-Benz und BMW mit Kursgewinnen zwischen 2,8 und 3,5 Prozent die vorderen Plätze. Angesichts der vorigen Tech-Schwäche waren klassische Industriebranchen generell gefragt. Außerdem stützte die Einigung zwischen Deutschland und Frankreich auf ein gemeinsames Auto-Paket.

Der Chipindustrie-Ausrüster Aixtron übertraf im dritten Quartal sowohl beim Auftragseingang als auch bei der operativen Profitabilität die Analystenerwartungen. Mit einem Kursplus von 6,2 Prozent machten die Aktien einen Teil ihrer Vortagesverluste von fast 13 Prozent wegen der schlechten Tech-Stimmung wett.

Ganz vorn im MDax aber schnellte der Aktienkurs von Nordex um 12,3 Prozent nach oben. Der Windkraftanlagenbauer überzeugte die Anleger mit einem überraschend guten dritten Quartal und einem optimistischeren Gewinnausblick.

Für die Anteilscheine von Verbio ging es an der SDax-Spitze um 16,6 Prozent auf 29,84 Euro nach oben. Constantin Hesse vom Analysehaus Jefferies blickt nun deutlich optimistischer auf die Gewinnperspektiven des Biospritherstellers. Er hob das Kursziel auf 42 Euro an und stufte die Papiere auf "Buy" hoch./niw/he

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---

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