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Wed Apr 22 22:34:13 CEST 2026
NEW YORK (dpa-AFX) - Trotz der weiter unklaren Lage im Iran-Krieg sind die Kurse am Mittwoch an den US-Börsen wieder gestiegen. Auch wenn beide Seiten weiter mit gegenseitigen Vorwürfen auffielen, zeigten sich die Anleger ermutigt davon, dass US-Präsident Donald Trump die Feuerpause verlängerte. Sie mussten auch eine Reihe neuer Geschäftszahlen von Unternehmen auswerten.
Vor allem der Technologiesektor hat es den Anlegern derzeit wieder angetan, wie der Nasdaq 100 mit einem erneuten Rekord zeigte. Der stark auf die Tech-Branche konzentrierte Leitindex legte am Ende um 1,73 Prozent auf 26.937,28 Punkte zu. Laut Händlern setzten Anleger vor allem auf mögliche Gewinner der KI-Euphorie.
Der marktbreite S&P 500 stand seinem nächsten Rekord bis auf wenige Punkte nahe, indem er um 1,05 Prozent auf 7.137,90 Zähler zulegte. Der Dow Jones Industrial wahrte hingegen noch eine gewisse Distanz zum Höchststand, der bei dem Leitindex der Wall Street noch aus dem Februar stammt. Er legte am Mittwoch um 0,69 Prozent auf 49.490,03 Punkte zu.
Trump will der iranischen Führung wenige Tage Zeit geben, um sich auf einen geeinten Vorschlag zur Beilegung des Krieges zu verständigen. Er sei bereit, die Waffenruhe um drei bis fünf Tage zu verlängern, hieß es in Medienberichten. Der New York Post sagte der US-Präsident, dass eine zweite Gesprächsrunde möglicherweise am Freitag stattfinden könnte.
"Die politische Lage ist also nicht bereinigt, wird aber an den Börsen derzeit eher als beherrschbar denn als eskalierend angesehen", schrieben am Mittwoch die Experten des Bernecker-Aktionärsbriefs. Nach ihrer Einschätzung bleiben die USA bei der Aktienrally weiterhin tonangebend, weil sich dort KI-Fantasie und Gewinnpotenziale im Technologiesektor mit hohen Indexgewichtungen großer Wachstumswerte paarten.
Zahlenvorlagen waren am Mittwoch für viele Einzelwerte maßgeblich. Im Dow waren die Boeing -Titel mit einem Anstieg um 5,5 Prozent eine wichtige Stütze. Der Flugzeugbauer meldete nach Jahren der Krise für das erste Quartal einen Umsatzanstieg und zugleich geringere Verluste im Vergleich zum Vorjahr. Er bremste zudem dank steigender Auslieferungen den Barmittelabfluss.
Noch euphorischer waren die Reaktionen bei GE Vernova : Nachdem der Energieanlagenbauer im ersten Quartal von einer starken Nachfrage profitiert hatte und geprägt vom Rechenzentren-Bedarf seine Jahresziele anhob, schnellte der Kurs um 14 Prozent auf ein Rekordniveau nach oben.
United Airlines hatte hingegen keine guten Nachrichten, der Kurs sank nach der gesenkten Jahresgewinnprognose um 5,6 Prozent. Neben anderen Fluggesellschaften wurde die ganze Reisebranche in Mitleidenschaft gezogen. Titel des Buchungsportals Booking fielen im Nasdaq 100 um sechs Prozent.
AT&T überraschte im ersten Quartal zwar positiv, woraufhin sich der Kurs nach schwächerem Start mit 0,4 Prozent ins Plus mühte. Bei T-Mobile US ging es im Nachgang der Berichte vom Vortag, dass der Mutterkonzern Deutsche Telekom über eine Kombination mit der US-Tochter nachdenke, nochmals um 3,3 Prozent bergab.
Die "Magnificent 7", die sieben bedeutendsten Tech-Werte, lagen alle im Plus. Bei Apple hatten die Anleger den ersten Schrecken des am Vortag vermeldeten Chefwechsels verdaut, hier legte der Kurs am Mittwoch mit 2,6 Prozent am deutlichsten zu. Die Vortagsverluste wurden damit wieder ausgeglichen.
Die Titel des Google -Mutterkonzerns Alphabet gewannen nach der Vorstellung eines neuen Tensor-Prozessors, der KI-Computing-Dienste effizienter machen soll, mehr als zwei Prozent. Tesla stiegen mit 0,3 Prozent am wenigsten. Nach Börsenschluss wurden die Resultate des Elektroautobauers erwartet.
Der Tabakkonzern Philip Morris übertraf mit seinem Quartalsbericht die Erwartungen deutlich. Die Aktien gewannen sieben Prozent. Anteilscheine des Softwarekonzerns Adobe stiegen nach der Ankündigung von Aktienrückkäufen um 3,5 Prozent./tih/he
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