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Thu Aug 06 10:00:08 CEST 2026
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der Verschnaufpause zur Wochenmitte hat sich der Dax am Donnerstag eine weitere Auszeit gegönnt. Zuletzt legte der deutsche Leitindex 0,1 Prozent auf 26.157 Punkte zu. Tags zuvor war der Dax erstmals über 26.400 Punkte gestiegen, ehe ihm die Luft ausgegangen war. "Wir sehen die ersten Gewinnmitnahmen", schrieb dazu Marktexperte Thomas Altmann von QC Partners. Nach der zuletzt beeindruckenden Kursrally sei ein Durchatmen absolut normal und gesund.
Der MDax stieg am Donnerstagvormittag ebenfalls um 0,1 Prozent auf 32.444 Punkte. Für den EuroStoxx 50 , Leitindex des Euroraums, ging es um 0,5 Prozent aufwärts.
Anleger hoffen weiterhin auf eine Lösung im Iran-Krieg und setzen auf die Öffnung der für den globalen Öltransport wichtigen Meerenge von Hormus. Die daran grenzenden Golfstaaten Iran und Oman stehen nach Angaben aus Teheran kurz vor einer Einigung auf eine neue Schifffahrtsroute durch die blockierte Meerenge.
Für etwas Entspannung sorgen die Ölpreise, die zunächst nicht weiter gestiegen sind. Andererseits stehen Techwerte wieder unter Druck nach einigen enttäuschenden Geschäftszahlen aus dem Chipsektor der USA. Die asiatischen Börsen meldeten Verluste. Hierzulande steht die Berichtssaison im Anlegerfokus. Allein aus dem Dax haben acht Unternehmen Geschäftszahlen vorgelegt.
Trotz starker Quartalszahlen von Siemens sackten die Aktien des Technologiekonzerns um 4,7 Prozent ab. Ein Händler sprach von Gewinnmitnahmen, nachdem die Papiere tags zuvor mit 291,50 Euro ein weiteres Rekordhoch erzielt hatten. Siemens nahm im dritten Geschäftsquartal weiter Fahrt auf und erzielte im Neugeschäft und beim operativen Ergebnis Rekordwerte. Dabei profitierten die Münchener von einer hohen Nachfrage im Zusammenhang mit dem massiven Ausbau von KI-Rechenzentren sowie bei der Sparte Digital Industrie. Als Folge hob das Unternehmen sein Ergebnisziel für das laufende Geschäftsjahr an.
Nach dem Stopp des milliardenschweren F126-Fregattenprojekt durch das Verteidigungsministerium senkte Rheinmetall wie erwartet den Umsatzausblick für das laufende Jahr. Die operative Ergebnismarge soll weiter rund 19 Prozent erreichen. Die bereits Ende Juli vorgelegten Eckdaten bestätigte Deutschlands größter Rüstungskonzern. Sie hatten einen deutlichen Gewinnsprung gezeigt. Die Papiere verbilligten sich um 1,1 Prozent.
Die Deutsche Telekom profitierte im zweiten Quartal weiter vom Wachstum der US-Tochter und erhöhte ihren Barmittel-Ausblick für das Gesamtjahr. Im zweiten Quartal verbesserte sich der Umsatz um gut vier Prozent. Dies liegt im Rahmen der Markterwartungen. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda AL) kletterte um 7,5 Prozent. Experten hatten hier einen Tick weniger erwartet. Die Telekom weitet zudem ihr Aktienrückkaufprogramm deutlich aus. Die T-Aktie stand mit einem Kursplus von 5,4 Prozent an der Dax-Spitze.
Die Commerzbank verdiente im zweiten Quartal fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor und sucht nun das Gespräch mit ihrer Großaktionärin Unicredit . Nach einem Rekordergebnis im ersten Halbjahr sieht sich die Bank "voll auf Kurs, ihr Gewinnziel von mindestens 3,4 Milliarden Euro im Gesamtjahr zu erreichen". Zudem will sie weitere bis zu 1,2 Milliarden Euro in den Rückkauf eigener Aktien stecken. Die Papiere des Kreditinstituts sanken um 0,4 Prozent.
Der Konsumgüterkonzern Henkel steigerte im ersten Halbjahr in einem weiter schwierigen Umfeld das Ergebnis. Branchenexperten hatten insgesamt im Durchschnitt etwas weniger auf dem Zettel. Für das laufende Jahr zeigt sich das Management zuversichtlicher. Für die Aktien der Düsseldorfer ging es um 2,9 Prozent nach oben.
Merck KGaA hob nach einem unerwartet starken zweiten Quartal die Jahresziele erneut an. Gründe seien die anhaltende Erholung der Laborsparte rund um die Arzneimittelherstellung, starke Verkäufe von KI-Halbleitermaterialien, nachlassender Währungsgegenwind sowie geringere Zollrückerstattungen an Kunden, hieß es. Merck übertraf die Markterwartungen. Die Anteilsscheine stiegen um 0,9 Prozent.
Der Internetportal-Betreiber Scout24 beschleunigte sein Wachstum im zweiten Quartal. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) legte im ersten Halbjahr um knapp 15 Prozent zu, verfehlte damit aber die Erwartungen der Experten. Die Ziele für das laufende Jahr wurden bestätigt. Die Anteilsscheine von Scout24 fielen um 7,3 Prozent auf den letzten Platz im Dax./edh/jha/
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